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Ende der Bauarbeiten im Dorfzentrum naht

Ende der Bauarbeiten im Dorfzentrum naht

Die Wasserliescher können aufatmen, denn die Bauarbeiten im Dorfzentrum sind bald vorbei. Die oft kritisierte Unterführung ist Ende Juni fertig saniert. Im Juli erneuert die Bahn noch das Umfeld der Baustelle am Marktplatz.

Wasserliesch. An Spott kam diese Baustelle der Deutschen Bahn nicht vorbei: Als Anspielung auf das umstrittene Bauprojekt "Stuttgart 21" stand zum Beispiel "Wasserliesch 21" auf dem Karnevalswagen des Lauftreffs vom SV Wasserliesch. Unter dem Schriftzug waren Bilder der Bauarbeiten direkt neben dem Marktplatz mitten im Wasserliescher Dorfzentrum abgebildet.
Die Deutsche Bahn saniert seit September eine Unterführung für 600 000 Euro - ein Ansinnen, über das viele im Ort wegen der Dimensionen des neuen Fußwegs geschmunzelt haben. Statt der ehemals 1,50 Meter ist die Unterführung künftig 2,50 Meter breit. Die Bauarbeiten werden laut der verantwortlichen DB Netz AG Ende Juni abgeschlossen.
Danach kümmert sich die Bahn noch um das Umfeld, das durch die Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Unter anderem musste ein kleiner Spielplatz samt angrenzender Grünfläche entfernt werden. "Wir machen das alles wieder schön", verspricht Claudia Bahder von der Bauüberwachung der DB Netz AG. Es stünden keine lauten Nachtschichten mehr an, und die Bahn setze auch keine lärmenden Rammen mehr ein. Der Einsatz schwerer Maschinen in der Nacht hatte für Ärger gesorgt. Mehrere Anwohner hatten sich im September beim TV über nächtlichen Baulärm beschwert (der TV berichtete).
Auch Ortsbürgermeister Herbert Rausch war zunächst skeptisch wegen des Ausbaus des Kregullchens, wie die Unterführung im Volksmund genannt wird (siehe Hintergrund). Ihm wäre es lieber gewesen, wenn das Geld in den Wasserliescher Bahnhaltepunkt gesteckt worden wäre. Das jedoch gehe nicht, weil für die Unterführung mit der DB Netz AG ein anderes Tochterunternehmen zuständig ist als für den Haltepunkt, wo die DB Station & Service AG verantwortlich sei.
Im Nachhinein drückt Rausch seine Zustimmung zu dem Projekt so aus: "Wenn die in Stuttgart fünf Milliarden Euro verprassen, können die auch für uns etwas Schönes machen." Es blieben keine Kosten an der Gemeinde hängen.
"Bisher haben die immer ihr Wort gehalten", sagt Rausch mit Blick auf das Projekt. Er vertraut darauf, dass es auch bei der Sanierung des Baustellenumfelds so bleibt. Neben dem Spielplatz müsse die Böschung neu gemacht und auch der Zuweg zur Unterführung neu gepflastert werden. Außerdem sei die Löschemerstraße wegen der Bauarbeiten abgesackt und müsse im Bereich der Unterführung saniert werden.
Der Ortsbürgermeister ist nun froh, dass der Spuk bald vorbei ist. So erzählt er zum Beispiel, dass bei den Tiefbauarbeiten 2011 eine wichtige Stromleitung beschädigt worden ist und Teile Wasserlieschs stundenlang keinen Strom mehr hatten. Es sei auch nicht schön, dass mit der Kordelstraße in direkter Nachbarschaft zu den Bahnarbeiten eine weitere Langzeitbaustelle sei. Aber auch dort ist ein Ende absehbar (siehe Extra).
Extra

In unmittelbarer Nähe zur Bahnbaustelle im Dorfzentrum wird zurzeit die Kordelstraße in Wasserliesch saniert. Seit Oktober laufen dort die Arbeiten. In zwei Wochen soll die Straße asphaltiert werden, danach werden noch die angrenzenden Höfe der Anwohner und die Straßenbeleuchtung erneuert. Ortsbürgermeister Herbert Rausch begründet die lange Bauzeit damit, dass so viele Akteure beteiligt sind - von der Gemeinde über die Verbandsgemeindewerke Konz und RWE bis hin zur Telekom haben verschiedene Bauherren mitgemischt. Die Koordination mit allen Beteiligten sei schwer. Die nächste größere Straßensanierung startet 2013 mit dem abschnittsweisen Ausbau der Römerstraße. cmkExtra

Das Wort Kregullchen wird aus den französischen Wörtern "créer" (erbauen) und "couloir" (Gang) abgeleitet. Auf der Internetseite www.wasserliesch.de ist weiterhin nachzulesen, dass aus dem Wort couloir der deutsche Begriff Gully abgeleitet wurde. Und die Unterführung war ein Gully, ein Durchlass für das vom Berg herunterfließende Wasser, bevor sie ab 1894/95 als Fußgängerweg genutzt wurde. Die Obermoselstrecke Metz-Trier wurde am 15. Mai 1878 freigegeben. cmk