Ende des Dornröschenschlafs

Die Verwaltung will die Bewohner des Stadtteils Beurig in einer Einwohnerversammlung am Donnerstag über das Programm für den Stadtumbau informieren. Mit Hilfe von Landes- und Bundesmitteln soll bis 2023 der Bereich zwischen Bahnhof und Marienkirche lebenswerter gestaltet werden.

Saarburg. Der Bahnhof und sein Umfeld sollen noch in diesem Jahr aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt werden. Die Station mit den an die italienische Renaissance erinnernden Rundbogenformen beherbergt künftig das Jugendzentrum der Verbandsgemeinde Saarburg, die Büros für die sozialraumorientierte Jugendhilfe des Landkreises Trier-Saarburg sowie ein bildschirmgestütztes Servicezentrum der Bahn. Das Umfeld des Bahnhofs soll schließlich auch barrierefrei umgestaltet werden, so dass in Zukunft auch Radfahrer und Familien mit Kinderwagen die Unterführung nutzen können (der TV berichtete mehrfach).
Förderprogramm bis 2023


Beide Projekte sind Teil des Stadtumbauprogramms (siehe Hintergrund), das der Bund und das Land aufgesetzt haben. Dank dieses millionenschweren Förderprogramms fließt noch bis 2023 ein Teil des Geldes in den Saarburger Stadtteil Beurig. Um weitere Ideen zu entwickeln, lädt die Stadtverwaltung für Donnerstag, 26. März, 19 Uhr, die Beuriger zu einer Einwohnerversammlung in den Sitzungssaal der Verbandsgemeinde ein.
Jürgen Dixius, Bürgermeister der Stadt Saarburg, hofft auf eine große Resonanz, "da die Bürger an diesem Stadtumbau-Prozess beteiligt werden müssen". Ihm geht es darum, die ehemaligen französischen Liegenschaften mit dem Stadtteil Beurig und der Stadt besser zu verknüpfen. In den kommenden Jahren will die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsgesellschaft Saarburg mbH (EGS) die Cité Nord und die Kaserne entwickeln. "Da ist es wichtig, dass wir uns Gedanken darüber machen, wie wir künftig den Verkehr so lenken, dass er nicht mehr durch den Stadtteil rollt", sagt der Bürgermeister im TV-Gespräch.
"Wenn die Spange zwischen der L 138 (Anmerkung der Redaktion: Landstraße nach Schoden, Ockfen und Wiltingen) und der Anschlussstelle B 51/B 407 kommt, würde der Durchgangsverkehr durch Beurig noch mal um bis zu 3000 Fahrzeuge täglich abnehmen", erläutert Dixius weiter. Dann könnte die Hauptstraße, über die bisher ein Großteil des Verkehrs läuft, saniert und fußgängerfreundlicher umgestaltet werden. "Dann ist auch sicherlich der ein oder andere private Investor bereit, seine in diesem Bereich liegende Immobilie zu renovieren", sagt Dixius.
Aber auch in anderen Bereichen des alten Dorfkerns lässt sich laut Dixius noch etliches "städtebaulich umbauen" - etwa die Verbindung zwischen Schulzentrum und Bahnhof. Hier, wie auch für den gesamten Umbauprozess, setzt der Verwaltungschef auf die Beteiligung und die Ideen der Bürger. "Dank der Fördermittel lässt sich der Stadtteil so umbauen, wie wir das im Bewerbungsprozess für die Landesgartenschau vor fünf Jahren angedacht haben."
Extra

Der Informationsabend beginnt am Donnerstag, 26. März, um 19 Uhr im Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung, Schlossberg 6 in Saarburg. Laut Stadt wird das Planungsbüro BBP in den kommenden Monaten einen Fragebogen über die Briefkästen an die beuliger Haushalte verteilen. Die Fachleute hoffen auf hilfreiche Informationen zum Stadtteil. Sie bitten darum, sich einige Minuten Zeit zu nehmen, um die Fragen zu beantworten. Darüber hinaus werden BBP-Mitarbeiter in Beurig unterwegs sein, um sich vor Ort ein Bild zu machen. maiExtra

Das Land Rheinland-Pfalz fördert in diesem Jahr den Städtebau mit insgesamt 75 Millionen Euro. Von diesem Betrag übernimmt der Bund rund 24 Millionen Euro. Laut Innenminister Roger Lewentz sind diese Mittel entscheidend, um die Entwicklung unter anderem von Innenstädten voranzubringen. Sie seien gedacht, um Ortskerne weiterzuentwickeln und um soziale Infrastrukturen auszubauen. Es gibt insgesamt acht verschiedene Programme. In Saarburg geht es vorrangig um Stadtumbau- und Konversionsprojekte. Dafür stehen im Landeshaushalt für die vier Städte Saarburg, Landau, Zweibrücken und Mendig insgesamt 16,5 Millionen Euro zur Verfügung. itz

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