Endlich trockene Keller!

SAARBURG. Ein über Jahre währendes Problem wollen die Verbandsgemeindewerke Saarburg in den kommenden Wochen lösen: Im Baugebiet "Berggarten-Walles" (alt) wird eine Regenentlastungsleitung gelegt. Sie soll dafür sorgen, dass die Anwohner künftig trockene Keller behalten.

Manche Dinge brauchen etwas länger, bis sie angegangen werden. So auch im Fall der Kanalleitungen im Gebiet "Berggarten-Walles" (alt). Dort ist das Kanalnetz mit dem, was in den Rohren ankommt, hoffnungslos überfordert. Der Grund dafür ist simpel: Als sich Anfang der 80er-Jahre das damalige Neubaugebiet entwickelte, ließen die Verbandsgemeindewerke entlang der Altenwohnheime bis zur Einmündung Soulac- und Sarrebourg-Straße eine Kanalrohrleitung mit dem Maß DN 300 verlegen - das heißt, mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern. Als das Baugebiet in den folgenden Jahren wuchs und weitere Häuser ans Kanalnetz angeschlossen werden mussten, wurden weitere Leitungen mit größeren Rohrdimensionen (400 und 500 DN) verlegt. Das Problem: Die neu verlegten, stärkeren Rohre münden in dem schwächeren 300er-Rohr. Die Konsequenz bekamen einige Anwohner der Soulac- und Sarrebourg-Straße in den vergangenen Jahren immer wieder zu spüren - und zwar in Form voll gelaufener Keller. "Bei normalem Regen war das kein Problem. Sobald es aber richtig geschüttet hat, und wir anhaltende Gewitter hatten, hat sich an dem Kreuzungspunkt der Leitungen ein Rückstau gebildet. Das Wasser hat sich bei einigen Anwohnern in die Keller hochgedrückt", beschreibt Otmar Löw, Leiter der Verbandsgemeindewerke Saarburg, das Problem. Roland Hoffmann, der ein Haus an der Soulacstraße besitzt und vermietet hat, weiß davon ein Lied zu singen: "Meine Mieter und weitere Nachbarn haben regelmäßig Wasser im Keller. Da die Versicherungen bei Rohr- und Wasserleitungsbrüchen, nicht jedoch bei Eindringen des Wassers durch den Kanal für entstandene Schäden aufkommen, habe ich mich mehrmals an die Verbandsgemeinde gewandt und gebeten, dass hier etwas passiert." Nachdem Hoffmann anfangs bei der Verwaltung eher "auf sture Ansprechpartner" gestoßen sei, habe sich Werkleiter Otmar Löw schließlich dafür eingesetzt, das Problem zu lösen. Das passiert nun, indem eine Art Bypass gelegt wird. "Auf einer Länge von etwa 280 Metern werden wir parallel zu der bestehenden Leitung eine zusätzliche 500 DN-Leitung anbringen", erklärt Löw. "Die Hausanschlüsse bleiben so liegen, wie sie es derzeit tun." Im ersten Abschnitt wird nun die Leitung vom Einmündungsbereich Soulac- und Sarrebourg-Straße bis zur Kahrener Straße verlegt. Der Parallelkanal wird dann über ein Verbindungsbauwerk, das später als Regenüberlaufwerk dienen soll, an den Kanal in der Kahrener Straße angeschlossen. In einem weiteren Bauabschnitt soll von diesem Regenüberlaufbauwerk über ein Privatgrundstück eine Entlastungsleitung bis zur L 132 verlegt werden, die im Mandelbach mündet. Innerhalb der nächsten 14 Tage soll nach Auskunft Löws Baubeginn sein. Mindestens acht Wochen berechnet der Werksleiter für die Arbeiten. Der Bereich "Kahrener Straße" müsse tageweise für den Verkehr gesperrt werden. 270 000 Euro sind per Nachtrag in den Haushalt 2006 für das Projekt eingestellt worden.