Energiezentrum geht ans Netz
Hermeskeil · Auf dem ehemaligen Militärgelände in Hermeskeil vollzieht sich gerade ein Wandel, der von der B 52 aus kaum zu erkennen ist. Zum einen ist der frühere Verkehrsübungsplatz jetzt mit Solarpaneelen bedeckt. Zum anderen zieht der jetzige Eigentümer Viresca immer mehr Firmen an.
Hermeskeil. Nach herben Rückschlägen, die der Zweckverband Konversion zur Vermarktung der ehemaligen Hochwaldkaserne in Hermeskeil in den vergangenen Jahren einstecken musste (der TV berichtete), geht es bei dem jetzigen Eigentümer, der Immobiliengesellschaft Viresca aus Treis-Karden, mit Riesenschritten voran.
"Gerade ist unsere Solaranlage ans Netz gegangen", sagt deren Geschäftsführer Harald Spang mit Stolz. Seit dem 2. Juni wurden auf zwölf Hektar 40 000 Solarmodule in Rekordzeit aufgestellt. Sie liefern seit kurzem bis zu vier Millionen Kilowattstunden pro Jahr. "Mit dieser 3,4-Millionen-Euro-Investition können 1000 Haushalte mit Strom versorgt werden", sagt Spang.
Ein Teil des Stroms werde über ein Stadtwerkekonsortium direkt vermarktet, der Rest über die Leipziger Strombörse gehandelt. "Solarstromgewinnung auf Freiflächen wird wie Windstrom mit 8,9 Cent pro Kilowattstunde vergütet, und ist damit marktfähig", betont der Viresca-Chef.
Das Ziel des Investors ist es, das ehemalige Militärgelände in das Zukunftsenergien-Zentrum Hochwald-Hermeskeil (ZEZ) zu verwandeln, das sich selbst mit Energie versorgen kann. Dafür hat Spang schon mehr als das Doppelte von dem investiert, was die Solaranlage gekostet hat. Spang: "Wir haben die Kaserne im April 2011 mit 31 Mietern übernommen. Aktuell sind es 137." Das reicht von Probenräumen für Musiker bis zur Fachfirma für Metallvermarktung. Derzeit arbeiten rund 60 Menschen direkt auf dem Gelände. Tendenz: steigend.
Die Eigenversorgung soll dazu mit Hilfe von Stromspeichertechnik sichergestellt werden. In den zu erwartenden rund 100 Windkraftanlagen in der Region und dem Saarland sieht Spang einen Markt für Wartungsfirmen, die sich in der Ex-Kaserne ansiedeln können.
Und ständig werden neue Verhandlungen mit Ansiedlungswilligen geführt. Platz auf dem 38 Hektar großen Gelände ist für bis zu 40 weitere Firmen, vom jungen Start-Up-Unternehmen über Handwerker, Dienstleister bis zu Servicefirmen. An Gebäuden stehen elf frühere Unterkünfte für Soldaten, ein Offiziers- und Unteroffiziersheim, Werkstätten, Unterstände und eine Turnhalle zur Verfügung. Die Vorteile des Geländes liegen für Spang auf der Hand: "Es gibt zwei Autobahnanschlüsse, breite, stabile Straßen, und die Gebäude stehen so weit voneinander weg, dass sich die Firmen nicht in die Quere kommen können."
Was den Unternehmer besonders freut, ist die zügige Umsetzung seiner Pläne bei den Genehmigungsbehörden: "Kreis, Verbandsgemeinde und Stadt machten in kürzester Zeit den Weg frei." Weiteres Produktionsgewerbe für neue Energien, beispielsweise Batteriespeichersysteme, Wasseraufbereitung und Anlagenbau für Blockheizkraftwerke und Kleinkraftwerke will Spang nach Hermeskeil holen. "Die passenden Hallen dazu haben wir, und die Kräne, die gebraucht werden, sind schon drin", wirbt der Investor.
Weitere Infos: im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.viresca-immobilien.de" class="more" text="www.viresca-immobilien.de"%> , Ansprechpartner ist Günther Pick.
Extra
"Das Projekt Photovoltaik anlage ist prima gelaufen", sagt der Vorsitzende des Zweckverbands Konversion, Bürgermeister Michael Hülpes. Dem Naturschutz werde mit Ausgleichsmaßnahmen im nahegelegenen Stadtwald Genüge getan. "Ich hoffe, dass der Plan zum Zukunftsenergien-Zentrum Hochwald-Hermeskeil komplett umgesetzt wird", sagt der Verwaltungschef. Das sei der entscheidende Punkt, um auch den Ausbau der Windkraft zu realisieren. Die Pleiten mit der Kaserne aus früheren Jahren hätten sich jetzt als Glücksfall herausgestellt. doth