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Kommunalpolitik: Entschärfung eines Brennpunkts

Kommunalpolitik : Entschärfung eines Brennpunkts

Seit Jahren wird über die Sicherheit in der Irscher Ortsdurchfahrt diskutiert. Nun soll die Engstelle am Brunnenhof für Fußgänger sicherer werden.

Die Kurve in der Ortsdurchfahrt am Irscher Gasthaus Brunnenhof ist heikel. Häuserfronten ragen bis knapp an den Fahrbahnrand auf der B 407. Vor fast zwei Jahren wurde einseitig die Straße verengt. So werden Autofahrer bei Gegenverkehr zum Halten gezwungen. Auf der Straße sind werktags 4400 Fahrzeuge unterwegs, darunter um die 200 LKW.

Mit Marc Kuhn und Klaus Wagner kamen zwei Fachleute vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) aus Trier in die Sitzung des Ortsgemeinderats. Im Gepäck ein planerischer Lösungsvorschlag, der den Gefahrenpunkt entschärfen soll. Geplant sind beidseitige Einengungen. Fußgänger sollen dadurch mehr Bewegungsfreiheit und mehr Sicherheit erhalten.

Ortsbürgermeister Jürgen Haag sagte: „Es geht nicht ohne einen Engpass, damit Fußgänger, auch mit Kinderwagen oder Rollator, einen sicheren Gehweg haben, auch wenn die Autofahrer fluchen.“ Seit fast zwei Jahren werden die Autos hier mit gelben Barken ausgebremst.

Klaus Wagner weiß aus Erfahrung: „Sicher wird es nur dann, wenn der Autofahrer gezwungen wird, langsam zu fahren. Ein Schild allein hilft da nicht.“ Der Gehweg soll nun auf beiden Seiten auf bis zu 1,20 Meter verbreitert werden. Es bleibt eine Fahrbahnbreite von 3,80 Metern. „Das ist für den Gegenverkehr zu eng, aber breit genug für einen Schneepflug“, erklärt Marc Kuhn diese Zahl. Eine endgültige Lösung des Problems könne aber nur gefunden werden, wenn die gesamte Ortsdurchfahrt im Zuge des Ausbaus überplant werde. Mit dem Ausbau sei jedoch nicht vor 2019 oder 2020 zu rechnen.

Aber auch mit dieser Zwischenlösung könnten die Autofahrer gut erkennen, dass sie sich an einer kritischen Stelle befänden. Die Straße durch Irsch wird auch von vielen genutzt, die Richtung Zerf wollen.

Auf zehn Metern soll der kritische Bereich eingeengt werden. Die Kosten betragen dafür rund 10 000 Euro. „Sowas gilt beim LBM als Kleinbaustelle“, sagt Klaus Wagner. Ortschef Haag hält dagegen: „Damit ist unsere Haushaltsstelle für Straßenbaumaßnahmen schon jetzt fürs ganze Jahr ausgeschöpft.“ Dennoch soll dieser kleine Umbau aus Gründen der Sicherheit so schnell wie möglich umgesetzt werden. „Die Sicherheit sollte es uns wert sein“, findet Haag. Und so sieht es der gesamte Ortsgemeinderat in Irsch. Er hat das Projekt einstimmig gebilligt.

Seit Jahren wird in Irsch über eine Verkehrsberuhigung in der Ortsdurchfahrt mit unübersichtlichen Kurven und langen geraden Abschnitten, die zum Rasen einladen, diskutiert. Hintergrund: Es gab Unfälle. Der schwerste: Im November 2014 war ein 87-jähriger Fußgänger tödlich verletzt worden, als er versuchte, die Fahrbahn bei der Kirche zu überqueren. Einiges wurde bislang schon versucht, so wurden Verschwenkungen in die Fahrbahn eingebaut, eine kleine Verkehrsinsel geschaffen und das Tempo gemessen.