Er liebt die Herausforderung

Alte Autos und alte Häuser sind Leidenschaften des neuen Ortsbürgermeisters in Mandern. Mit 65,1 Prozent der abgegebenen Stimmen ist Tim Kohley (CDU) am 25. Mai bei der Direktwahl durch die Bürger und ohne Gegenkandidaten gewählt worden. Als jüngster Ortschef in der Verbandsgemeinde (VG) Kell hat er sich einiges vorgenommen.

Seit seiner Kindheit sind sie seine ständigen Begleiter: Hunde. Tim Kohley, der neue Ortsbürgermeister in Mandern, wohnt mit seinen zwei Vierbeinern hinter einem großen Tor im Grünen am Rande des Dorfes. Vor zehn Jahren ist er wegen seiner Tiere aus der Stadt Trier gezogen: "Ich habe einfach mehr Platz gebraucht", sagt Kohley. Für ihn haben die Vierbeiner etwas Grundehrliches: "Sie haben keine Hintergedanken und akzeptieren einen so, wie man ist."
Der 36-jährige Diplom-Verwaltungswirt hegt außerdem eine große Leidenschaft für alte Autos. Sein Lieblingsschatz: ein Mercedes-Benz/8 Coupé, der draußen vor dem Tor in der Sonne glänzt. Ein weiterer steht gerade in der Werkstatt zum Herumtüfteln. "Ich baue die Autos um und restauriere sie neu", sagt Kohley. Genauso wie sein Haus. Auch das hat er vor zehn Jahren gekauft und aufwendig auf Vordermann gebracht. Drei Jahre hat es gedauert, um aus einer Scheune mit Wohnbereich ein kleines Schmuckstück zu errichten. "Wir sitzen hier gerade in einem alten Kuhstall", sagt Kohley lachend.
Damit ist es aber noch nicht genug für den Junggesellen. Seit letztem Jahr stellt er das große Saar-Hunsrück Literatur- und Musikfestival auf die Beine. Angefangen hat alles mit einer Autorenlesung seines Bekannten Hans Muth. Die lief so gut, dass auch andere regionale Autoren Interesse hegten. So kam er zu der Idee, den Schriftstellern eine neue Plattform zu bieten. "Die meisten Autoren aus der Gegend sind froh, wenn sie gerade auf null rauskommen. Ich fände die Vorstellung schrecklich, wenn wir in Zukunft keine regionale Literatur mehr hätten." Mit einem EU-Förderprogramm und einigen Sponsoren wurde das Festival dann schließlich ins Leben gerufen. Anfangs noch alleine, hat Kohley mittlerweile 50 Mitglieder im Verein "Saar-Hunsrück on tour."
Die Arbeit und die Herausforderung sind kein Problem für Kohley: "Alles, was ich mache, macht mir Spaß." Deswegen hat er sich auch für den Ortsbürgermeisterposten entschieden: "Mandern ist ein schönes Dorf, das es verdient zukunftsfähig zu bleiben." Die Leute seien sehr umgänglich, und es gebe gut funktionierende Vereine. Auch die Infrastruktur sei recht gut, wobei es da noch einiges zu verbesssern gebe. "Gerade ist der neue Dorfladen in Arbeit", sagt Kohley. Bis Ende Dezember soll er fertiggestellt sein.
Eine weitere Herausforderung: das neue Generationenhaus. Es soll ein seniorengerechtes Wohnen mit Betreuung bieten. "Die Senioren könnten so in ihrem eigenen Ort alt werden", meint Kohley. Für ihn sei das Haus ein Sozialprojekt. "Es muss sich tragen, aber keinen Gewinn bringen", sagt der neue Ortschef. Das Grundkonzept für das Haus stehe bereits.
Eine seiner Stärken: "Ich bin ein Organisationstalent und zielstrebig, aber menschlich", meint Kohley.