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Kultur: Erfahrene Krimiautoren und aufstrebende Nachwuchstalente

Kultur : Erfahrene Krimiautoren und aufstrebende Nachwuchstalente

Wiltinger Weincriminale präsentiert neue Bücher von Arno Strobel und Emile Claassen.

„Einen Augenblick bitte, ich brauche ein bisschen für meine Metamorphose“, vertröstet Karl-Georg Schroll seine rund 30 Zuhörer im Wiltinger Bürgerhaus. Eine Mütze auf, und schon ist aus ihm der Krimiautor Emile Claassen geworden, der sein neuestes Werk „Die Luxemburg-Transfers“ vorstellt. Es folgt eine Stunde, in der die Zuhörer in die Welt des ehemaligen Starjournalisten Johann Malberg entführt werden, der auf Machenschaften mit unheimlichen Geldtransfers und Drogenhandel in großem Stil stößt und darin die ganz große Story wittert.

Auffallend sind die detailgetreuen Beschreibungen der Örtlichkeiten im Dreiländereck, wo die Szenen der Affäre von internationalem Kaliber spielen. „Da bin ich überall hingefahren, manchmal auch zweimal, damit alles ja ganz genau stimmt“, verrät der Autor.

Im zweiten Teil des Abends stellt sich ein Autor vor, der seit 16 Jahren Bücher schreibt, seit vier Jahren hauptberuflich. Arno Strobel aus Tawern. Der ehemalige Informatiker hat gerade den zweiten Teil seiner Trilogie „Im Kopf des Mörders“ beendet. Es geht um Kalte Angst, die Opfer wie der Fallanalytiker Max Bischoff spüren, wenn ein unheimlicher Mörder ganze Familien bis auf jeweils einen Überlebenden auslöscht.

Die Fälle spielen in Düsseldorf. Auch Strobel fährt an die Orte der Ereignisse: „Ich will eine Beziehungen zu diesen Gegenden aufbauen, muss wissen, wie sieht es dort aus, wie riecht es dort.“

Der 56-Jährige lässt seine Zuhörer daran teilhaben, wie er arbeitet und wie seine Ideen zustande kommen: „Manchmal ist es eine Szene mit Menschen irgendwo in einem Straßencafé oder eine Bemerkung von jemandem, aus der man eine Geschichte entwickeln kann.“

Seine Figuren entwickelt er sorgfältig. Doch diese versuchen auch manchmal Macht über ihn zu bekommen: „Und dann kille ich so einen schon mal.“ Um zu erkennen, wie spannend der Alltag und das direkte Umfeld sein können, empfiehlt Strobel, doch mal genau die Mitmenschen und ihr Verhalten zu beobachten. „Oft beginne ich mit der Frage, was wäre wenn, und dann geht die Geschichte los.“

Die Zuhörer wollen wissen, wann Strobel sein Talent entdeckt hat. „Meine Affinität ging sehr früh los, mit viel lesen“, verrät der Autor. Seine ersten Bücher seien, wie bei vielen jungen Menschen, von Karl May gewesen. Es sei das Kopfkino, das ihn reize, und: „Schreiben ist so spannend wie lesen.“