Erfolg durch Kontinuität

GREIMERATH. (hm) Es war ein Jubiläum, zu dem viele Gäste kamen und gratulierten. Vertreter der Kommunalpolitik, die Vorstände der übergeordneten Gremien und viele Vereine der Region wünschten alles Gute zum Geburtstag, als der Musikverein aus Greimerath am Wochenende sein 80-jähriges Bestehen feierte.

"Seit 80 Jahren ist der Musikverein Greimerath aus dem dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken. Wie selbstverständlich sind uns seine intensive Jugendarbeit, seine Auftritte bei Dorffesten und an kirchlichen Festtagen und sein ganzjähriges Engagement für die Musik", brachte Ortsbürgermeister Josef Leineweber die kontinuierliche Arbeit des Vereins auf den Punkt.Trotz vieler Rückschläge immer weiter entwickelt

"In der langen Geschichte des Vereins hat dieser viele Höhen und Tiefen erlebt. Wir haben Musiker kommen und gehen sehen, haben aber auch miterleben müssen, dass Freunde durch Tod aus den Reihen gerissen wurden. Viele Erlebnisse haben den Verein immer enger zusammengeschweißt", berichtete Vorsitzender Edmund Schmitt, bevor er einen Blick in die Vereinsgeschichte warf. Gegründet wurde der Greimerather Musikverein 1924 von 15 Mitgliedern. Wilhelm Zimmer wurde erster Vorsitzender des Vereins, Alois Frank erhielt das Dirigat. "Die stete Aufwärtsentwicklung wurde leider durch den Zweiten Weltkrieg jäh beendet. Viele Musiker fanden in dem unseligen Krieg den Tod", erläuterte Schmitt den Festbesuchern. Viele Instrumente seien damals beschädigt oder zerstört worden. Doch nach dem Krieg wagten - wie in vielen anderen Orten - auch die Greimerather einen Neuaufbau. Alois Frank stand wieder als Dirigent zur Verfügung, Josef Müller wurde Vorsitzender. Zu dieser Zeit hatte der Verein nur neun Musiker. Die Arbeit im Verein begann, Nachwuchs wurde ausgebildet, und die Instrumente wurden zum Teil aus eigenen Mitteln beschafft. Schmitt erinnert sich weiter: "1971 übernahm Berthold Schramm den Dirigentenstab. Mit ihm feierte der Verein auch sein 50. und 60. Jubiläum. Nach 25-jähriger Tätigkeit gab Schramm den Taktstock weiter an Hubert Frank, ehe Edmund Hecktor die musikalische Leitung übernahm." Der Vorgänger von Schmitt ist Walfried Schramm, der sich nach Worten von Schmitt in höchstem Maße für den Verein verdient gemacht hat. Daher war Schramm bereits vor einiger Zeit zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt worden. "Leider kamen auch negative Ereignisse auf den Verein zu", berichtete Schmitt weiter. "Schlagzeuger Ingbert Schwarz starb plötzlich im Alter von nur 60 Jahren, und kurz darauf verließ uns Ehrendirigent Berthold Schramm im Jahr 2002 an den Folgen einer Krankheit", gedachte der Vorsitzende in seiner Rede der Toten. Derzeit bildet der Musikverein Greimerath 17 Jugendliche aus. "In der heutigen Zeit eine stattliche Anzahl, die zustande kommt dank der Kontinuität, die dem Verein eigen ist", stellte Bürgermeister Werner Angsten in seiner Gratulationsansprache fest. Die Musikvereine aus Baldringen, Osburg, Kell am See und Hilbringen umrahmten den festlichen Samstagabend. Auch am Sonntag bot der Verein gute musikalische Unterhaltung, deren Abschluss ein Konzert des Orchesters der Verbandsgemeinde Kell am See bildete.