Erfolgreiche Feier endet mit Ärger

Erfolgreiche Feier endet mit Ärger

Die Polizei spricht trotz einer Schlägerei mit einer Verletzten von einem sehr ruhigen Konzer Heimat- und Weinfest. Stadt, Schausteller und Winzer ziehen ein überwiegend positives Fazit. Kritik keimt nur vereinzelt auf.

Konz. Tausende Besucher haben vier Tage lang beim Konzer Heimat- und Weinfest gefeiert. Der TV hat bei den Beteiligten nachgefragt, wie es gelaufen ist.

Bilanz der Polizei: Das Fest sei insgesamt ruhig verlaufen, sagt Armin Wacht, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Saarburg. Ein Vorfall überschattet jedoch die friedliche Bilanz. In der Nacht zum Dienstag, 2.40 Uhr, verletzte eine 18-Jährige eine 19-jährige Kontrahentin schwer. Sie habe die Frau angegriffen, zu Boden geworfen und dann auf sie eingetreten, sagt Wacht. Dabei verlor das Opfer mehrere Zähne und musste anschließend in ein Krankenhaus gebracht werden. Laut Wacht war die Ursache ein Beziehungsstreit, Alkohol habe keine Rolle gespielt. Freitagnacht und Sonntagnacht registrierte die Polizei zwei weitere Rangeleien. Das Kuriose: Auch am Sonntag sind sich zwei junge Frauen in die Haare geraten.
Ansonsten verlief das Fest laut Polizei sehr ruhig. Trunkenheitsfahrten wurden nicht erfasst. Einen Mann hat die Polizei davon abgehalten, betrunken ins Auto zu steigen, indem sie seinen Schlüssel sicherstellte.

Bewertung der Stadtverwaltung: "Das Feuerwerk am Freitag war das beste aller Zeiten", sagt der Konzer Bürgermeister Karl-Heinz Frieden. Finanziell gesehen hat die Stadt Konz mit dem Heimat- und Weinfest etwa 8000 Euro Verlust gemacht - wie in jedem Jahr. Freitag und Montag waren laut Frieden "bombige Tage vom Betrieb her". Das Konzept mit dem offenen, kleineren Zelt habe sich bewährt.
Der Samstag und der Sonntag seien zwar wegen des Regens schlechter ausgefallen, aber es seien trotzdem genug Besucher da gewesen. Der Bürgermeister reiht das 2011er-Fest deshalb im oberen Drittel aller Heimat- und Weinfeste ein. Das vor vier Jahren eingeführte Glasverbot bewertet er positiv: "Der Festplatz war immer sauber", sagt Frieden. Dazu habe er auch von den Besuchern positive Rückmeldungen bekommen.
Kritik des Behindertenbeauftragten: Der Behindertenbeauftragte der Verbandsgemeinde Konz, Peter Musti, ist nach dem Heimat- und Weinfest verärgert. Eine Gruppe Behinderter habe beim Seniorennachmittag keinen Platz mehr im großen Zelt bekommen. Sie seien ausgegrenzt worden, sagt Musti. Er wirft der Verwaltung "Gedankenlosigkeit" vor.
Frieden weist den Vorwurf zurück. Im Gegenteil: Die Gruppe sei sogar explizit eingeladen worden. Seine Verwaltung sei im Umgang mit Behinderten fortschrittlich - als erste im Kreis Trier-Saarburg habe die Verbandsgemeinde Konz einen Behindertenbeauftragten. Dass die Gruppe keine Plätze mehr bekommen habe, liege an einem unglücklichen Zufall. Deshalb weist er darauf hin, dass sich Besuchergruppen am besten mit Teilnehmerzahl beim Seniorennachmittag anmelden sollen.

Dias Fazit der Winzer: Stellvertretend für die Winzerschaft zieht Hans Josef Luy, der auch im städtischen Festausschuss mitarbeitet, eine durchwachsene Bilanz. "Freitag und Montag waren super, Samstag kam der Regen dazwischen", sagt Luy. "Das Sorgenkind bleibt der Sonntag." Darüber müsse der Festausschuss noch einmal diskutieren. Ein Problem sei die Terminierung mitten in der Ferienzeit. Viele Konzer seien zurzeit im Urlaub.
Als Winzer mache er das aber nicht nur, um Geld zu verdienen. "Man muss ja auch etwas für die Heimat tun", sagt Luy und verweist darauf, dass die Winzer für den Seniorennachmittag Wein im Wert von 500 Euro gespendet haben.

Schausteller sind zufrieden: Peter Heinen, dessen Familie mit zwei Imbissbuden und zwei Karussells vertreten war, spricht von normalem Umsatz. Wetterbedingt habe es kleine Einbußen gegeben, im Großen und Ganzen sei es zufriedenstellend gewesen.
Sein Kollege Robert Kuhbiss, der mit seiner Dartbude zum zweiten Mal nach Konz angereist ist, ist hingegen begeistert. Es sei sehr gut gelaufen. "Ich will immer wieder hierhin kommen. Die Leute hier sind sehr freundlich - selbst wenn sie betrunken sind."
Beim Seniorennachmittag am Montag war das große Zelt mit mehr als 400 Menschen voll besetzt. Unter anderem sind der Trierer Erzählkabarettist Franz Josef Euteneuer und der Konzer Seniorenchor, dirigiert von Rolf Neller und begleitet von Hans-Jürgen Adam, aufgetreten. Anschließend trat die Band Roxxbusters um den bekannten Sänger und Gitarristen Frank Rohles auf - laut Bürgermeister Karl-Heinz Frieden ein Publikumsmagnet am Montagabend. Außerdem waren Mitarbeiter der Regionalmarke Dachmarke Mosel beim Heimat- und Weinfest vertreten. Die Regionalmarke sucht nach Mosel-Fans, die sich fotografieren lassen und die Region repräsentieren wollen. In Konz wurden sie fündig. Die abgelichteten Heimatfest-besucher können ihre Bilder im Internet unter der Adresse facebook.com/moselweinkulturland anschauen. cmk

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