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Erinnerungen an die Saarburger Franzosen

Erinnerungen an die Saarburger Franzosen

Während eines Spaziergangs am 2. Mai 1962, dem Hochzeitstag von Karin und Walter Lauer aus Irsch, marschierten auch die französischen Soldaten durch das Gelände. "Als sie uns erblickten, bildeten sie spontan Spalier und spendeten Beifall", erinnert sich das Ehepaar.

"Es war für uns ein einmaliges Erlebnis und unvergesslich schön." Als kleines Dankeschön habe es für jeden Soldaten ein kleines Schnäpschen und ein Stück Kranzkuchen gegeben.

Auch der Beuriger Richard Fuhs hat durchweg positive Erinnerungen an die französische Garnison. Vor allem an die Nikolausabende, die er als Kind mit den Franzosen in der Maison de France erleben durfte. "Es gab für jeden eine Tüte mit Weihnachtsgebäck und Schokolade", erzählt er. Die Tage der offenen Tür seien für ihn als Kind etwas ganz Besonderes gewesen. Denn dann konnte er einen Blick hinter die Mauern wagen und zum Beispiel in einen Panzer klettern. Jahre später seien gemeinsame Fußballspiele organisiert worden. "Besonders gute Erinnerungen habe ich an den gemeinsam organisierten Halbmarathon im Jahr 1998", sagt Fuhs. Mehr als 300 Teilnehmer seien durch die Weinberge um Saarburg gelaufen - Franzosen und Saarburger natürlich.

Horst Wolff aus Tawern hatte als Berufssoldat in den 70er und 80er Jahren häufig Kontakt mit französischen Soldaten. Waren es anfangs noch "Kameraden", so nannten er und seine Kollegen sie schon wenig später "Freunde". Als leidenschaftlicher Wanderer lernte Wolff die Franzosen besser kennen. Er war als Landesvorsitzender des Deutschen Volkssportverbands Ansprechpartner für viele französische Soldaten - auch für die Saarburger. "Der Dolmetscher des 16. Bataillon de Chasseurs, Jeannot Dour, und der Sportoffizier der Garnison, Nicolas Olier, besuchten mich des Öfteren in Trier und später dann in meinem Haus in Tawern", erzählt er. Als die 15. und letzte internationale Wanderveranstaltung des 16. Jägerbataillons im März 2009 in Saarburg stattfand, überreichte man ihm als Dank ein "Diplom d'Honneur". "Mit der Verlegung der französischen Garnison von Saarburg nach Bitche endet diese schöne Zeit der Gemeinsamkeiten. Was bleibt, sind die schönen Erinnerungen. Ich werde unsere französischen Freunde sehr vermissen."