Erlebnisnacht mit Wein und Fledermäusen in Saarburg

Erlebnisnacht mit Wein und Fledermäusen in Saarburg

In der ersten Saarburger Bat-Night stellt Referent Alexander Schumitz die fliegenden Insektenjäger aus ganz unterschiedlichen Perspektiven vor.

Im Schatten der Burg, da fliegen sie in die Dämmerung, die Kobolde der Nacht. Die erste Fledermausnacht gab rund 20 Zuhörern von Alexander Schumitz Aufschluss darüber, wie eng verwurzelt die einzigen fliegenden Säugetiere in Urängsten der Menschen sind.
Sie sind jedoch nützliche und faszinierende Lebewesen, die bis zum Einzug in ihre Winterquartiere elegant und zielsicher rund ums alte Gemäuer ihre Beute fangen.

Auf die Zusammenarbeit mit Biologin Sinah Boussonville, musste der Naturparkführer verzichten, weil sie kurzfristig verhindert war. Doch auch er weiß viel über die heimischen Arten, die per Ultraschall jagen und ihre Schwangerschaft über den Winter bringen, damit das einzige Junge, das im Frühjahr zur Welt kommt, eine Überlebenschance hat.

Mit Frack und Zylinder stellte Schumitz Jonathan Harper dar, die Figur des Vampirjägers aus den Romanen des irischen Schriftstellers Bram Stoker, und zitierte aus dessen Werk die Begegnung mit Graf Dracula, einer angsteinflößenden, blassen Gestalt mit eiskalter Hand und abstoßendem Mundgeruch.

"Grabungsfunde machten deutlich, dass Menschen tatsächlich an Untote und Wiedergänger geglaubt haben", belegt der Referent. Statt, wie im Christentum üblich, in Richtung Osten, sind solche Zeitgenossen in umgekehrter Richtung bestattet und mit Steinen beschwert worden. Darstellungen von Satan erinnern mit seinen Flügeln auffallend an Fledermäuse.

Zweimal wurde eine "Wein-Pause" eingelegt, denn Schumitz ist auch Weinbotschafter. Mit einem romantischen Abendrot senkte sich die Nacht über die Burg, und die Geschichten über die Flugkünstler beeindruckten schon deshalb immer stärker.

Die Lampen, die aufgestellt worden waren, ziehen Insekten an, und damit auch Fledermäuse. Wie bestellt, flatterten einige von ihnen über den Köpfen der Zuhörer. "Das war interessant, diese Mischung aus Biologie und Mystik", findet Carmen Müller aus Trier. Helmut H. aus Köln ist Kurzurlauber und war ebenfalls sehr beeindruckt von der Veranstaltung: "Als Großstädter erfährt man so was ja nicht."

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