Ermittlungen dauern an

KONZ. Die Staatsanwaltschaft Trier ermittelt weiterhin wegen des Anfangsverdachts der Untreue gegen den Konzer Bürgermeister Winfried Manns sowie Mitglieder der Verbandsgemeindeverwaltung und Bedienstete der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (der TV berichtete). Die Mitglieder der Stadtratsfraktionen warten ab, wie sich die Ermittlungen entwickeln. In einer Woche ist laut Staatsanwaltschaft mit näheren Informationen zu rechnen.

Der Anfangsverdacht der Untreue gegen den Konzer Bürgermeister Winfried Manns (CDU), drei Mitglieder der Verbandsgemeinde-Verwaltung und zwei Bedienstete der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) besteht laut Staatsanwaltschaft weiterhin. Bereits Anfang Mai hatte die Polizei im Auftrag der Trierer Staatsanwaltschaft in den beiden Behörden sowie in den Wohnungen von sechs Betroffenen Durchsuchungen vorgenommen. Ursache für die Aktion sind möglicherweise Unregelmäßigkeiten in Verbindung mit der Stadtsanierung in Konz. Der Landesrechnungshof hatte zu Beginn des Jahres moniert, dass die Stadt rund vier Millionen Euro Fördergeld zu viel erhalten habe. Die Behörde kritisierte, dass Ausgleichsbeträge bei Anwohnern nicht oder in zu geringer Höhe erhoben wurden, Grundstücke zu billig verkauft wurden und bei den Ausgaben für landespflegerische Maßnahmen eine doppelte Förderung beantragt und auch bewilligt worden war. Wulf Zschauer (CDU): "Nix dahinter"

Zur Finanzierung von Stellplätzen in einer Tiefgarage habe die Stadt zudem mehr Mittel abgerufen als ihr nach der Bewilligung zustanden, hieß es in dem Bericht des Landesrechnungshofs. Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Roos auf TV-Anfrage mitteilte, ist erst in der kommenden Woche mit näheren Informationen zum aktuellen Ermittlungsstand zu rechnen. Die Mitglieder der Stadtratsfraktionen sind jedoch an raschen Infos brennend interessiert. Alfons Maximini, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, sagt: "Wir erwarten, dass man uns in den Ausschüssen und in der nächsten Hauptsitzung informiert." Grundsätzlich erklärt er: "Ich glaube nicht, dass sich dort jemand persönlich bereichert hat." "Wir sprechen darüber, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen", sagt Wolfgang Hertel, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Er fragt sich, was passieren könnte, wenn sich der Anfangsverdacht erhärten sollte: "Was machen wir, wenn wir plötzlich einige Millionen zurückzahlen müssen?" Während Hermann-Josef Momper (FWG) und Claus Piedmont von der FDP zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht Stellung beziehen wollen, stellt sich Wulf Zschauer von der CDU-Fraktion hinter seinen Parteikollegen Manns: "Da ist absolut nix dahinter. Bürgermeister Manns hat mein volles Vertrauen." Es seien alle Entscheidungen in Sachen Stadtsanierung transparent gewesen, erklärt Zschauer. "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass das Ganze zurechtgerückt wird, das wird sich alles aufklären", zeigt er sich optimistisch. Bürgermeister Manns war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er ist im Urlaub.