Erst kamen die Kinder, jetzt die Senioren

Einst Waisenheim, dann Kindergarten und Übergangswohnheim, jetzt Adresse für Senioren, die betreutes Wohnen in Anspruch nehmen möchten - Wolfgang Hammes hat das traditionsreiche "Marienheim" im Ortskern von Freudenburg aufwendig saniert und umgebaut (der TV berichtete mehrfach). Sechs von 18 Wohnungen sind in den vergangenen vier Wochen bezogen worden.

Freudenburg. Manchmal schließt sich der Kreis im Leben durch völlig ungeahnte Entwicklungen. Nachdem Wolfgang Hammes im Januar 2007 das ehemalige - und nach dem Umzug des Kindergartens in den umgebauten Grundschulkomplex seit 2006 leerstehende - "Marienheim" für 120 000 Euro von der Ortsgemeinde abgekauft hatte, tauchte er aus Interesse in die Geschichte des Hauses ein.

So erfuhr er, dass das Haus 1928 vom Freudenburger Pastor Weber unter der Bezeichnung "Marienheim" für die Pfarrei erbaut wurde. Im Dezember 1929 zogen die Schönstatt-Schwestern ein, die das Haus bis 1986 als Kinderheim, Krankenstation und Kindergarten betrieben. Bis 2006 war der örtliche Kindergarten dort untergebracht.

"Ausgerechnet der Name meines Vaters tauchte als allererster auf der Namensliste des damaligen Kindergartens auf", erzählt Wolfgang Hammes schmunzelnd. Sein Vater und seine Mutter sind es auch, die als erste die neue Senioren-Residenz "Marienpark" bezogen haben. 18 Wohnungen zwischen 40 und 85 Quadratmetern hat Wolfgang Hammes ausbauen lassen. "Elf haben wir bereits vermietet, ohne, dass wir groß werben mussten." Alle unterschrieben unbefristete Mietverträge. "Die Mieter dürfen hier alt werden", betont Hammes.

Dabei entscheiden die Bewohner selbst, ob sie vollkommen autark leben oder gewissse Service-Angebote nutzen. "Sie können Mittagessen bestellen, einen ambulanten Pflegedienst nutzen, können sich ihre Wäsche von uns waschen und die Wohnung reinigen lassen. Auf Wunsch bieten wir auch Fahrdienste an."

Vorgeschrieben sei lediglich, dass alle an das Notruf-System der Johanniter angeschlossen sind. "Wir wollen vermeiden, dass irgendjemand in seiner Wohnung unbemerkt umkippt."

Überhaupt soll der "Marienpark" alles andere als ein anonymer Wohnblock sein. "Wir wollen in unserem Gemeinschafts-Raum Treffen der Bewohner organisieren und sind im Gespräch mit der Volkshochschule und Privatleuten wegen möglicher Freizeitangebote." Im Sommer soll der große Garten hinter dem Haus mit Teich und Sitzgelegenheiten zum Treffpunkt werden. Dort könnte es tatsächlich zu so mancher interessanten Begegnung kommen: Nicht allein Ewald Hammes hat eine besondere Verbindung zum "Marienpark". "Demnächst wird eine Frau aus St. Wendel einziehen, die in den 30er Jahren als angehende Krankenschwester ein Praktikum im Marienpark gemacht hat und nun hierher zurückkehrt", erzählt Hammes.