Erst zum Basar, dann auf die Piste

Erst zum Basar, dann auf die Piste

Fast 300 Mitglieder hat der Skiclub Hermeskeil (SCH). Was den 1979 gegründeten Verein, den viele Wintersport-Angebote, aber auch ein reges gesellschaftliches Leben auszeichnen, jedoch von ähnlichen Klubs in der Region unterscheidet, ist ein mittlerweile drei Jahrzehnte altes Alleinstellungsmerkmal: der alljährliche Ski-Basar als Verkaufsbörse und gleichzeitig auch Startschuss für die neue Skisaison.

Hermeskeil. Kurz vor 15 Uhr an der Pausenhalle der Grundschule: Im Inneren sind an den großen Glaswänden jede Menge Skier, Stöcke, Helme, Skibrillen und anderes nützliches Wintersport-Gerät in Reih und Glied aufgebaut. Dazu weitere Utensilien an den Wänden, auf dem Boden, auf Tischen und Bänken.
Hoffen auf ein Schnäppchen


Alle Teile sind mit einem Preisschild versehen. Bis 14.30 Uhr hatten deren Besitzer Gelegenheit, ihre Sachen dort abzugeben, sie mit dem gewünschten Preis auszuzeichnen und vielleicht selbst auf ein Schnäppchen zu hoffen. Ab 15 Uhr geht es dann zu wie im Kaufhaus beim Schlussverkauf: Tür auf, Leute rein, fit machen für den großen Ansturm. Es wird inspiziert, geschaut, begutachtet, verhandelt - aber natürlich auch beraten. Das übernehmen die Übungsleiter des Skiclubs Hermeskeil, die vor Ort sind. "Die abgegebene Ware wird von uns daraufhin geprüft, ob die Artikel noch modern, zeitgemäß und vor allem auch technisch in Ordnung sind", erklärt SCH-Vorsitzender Jochen Wilhelmi. Als Inhaber eines Sport-Fachgeschäfts hat er den richtigen Blick für den Zustand der Sachen, die die Wintersportbegeisterten zwischen 12 und 14.30 Uhr vorbeibringen konnten. "Alles muss bestimmten Qualitätsnormen entsprechen. Wir nehmen nur noch Carving-Skier an, Langlauf-Bretter mit modernen Bindungssystemen, Helme und Brillen, die den aktuellen Sicherheits-Standards entsprechen", erklärt Wilhelmi.
Mittlerweile haben viele Eltern und natürlich auch Kinder das "Lager" gestürmt. Der kleine Julian hat sich in die Ecke mit den Kinder-Skiern verkrümelt. Papa Michael hat nicht nur ein Auge auf die Basar-Gegenstände, sondern auch auf den Junior. Maike und Imke tun es Julian gleich. Erst mal gucken. Die Eltern sind dabei. Und wenn irgendein Teil dann das Interesse besonders erregt hat, sind auch die Übungsleiter als Berater in der Nähe.
So wie Rolf Theis, der als Gründungsmitglied von 1979 ein Experte in Sachen Langlauf ist und jetzt seine jahrzehntelange Erfahrung an die Jüngeren weitergibt. "Man muss kein Mitglied des Skiclubs Hermeskeil sein, um hier bei unserem Ski-Basar mitzumachen. Viele kommen auch aus der weiteren Umgebung", erzählt er. Sogar aus Saarbrücken sind an diesem Nachmittag Interessenten angereist, denen der Basar des Skiclubs Hermeskeil ein Begriff ist. "Im vergangenen Jahr haben wir etwa 180 Teile verkauft. Der Ansturm ist unterschiedlich", berichtet Wilhelmi. Es kommt auch darauf an, wie der vorherige Winter war. Wenn viel Schnee gefallen ist, haben die Leute das meistens noch in Erinnerung und sind auch im November schon eher auf Winterspot fixiert als nach einem eher schnee-armen Winter".
Treffen bei Kaffee und Kuchen


Während der Basar vor allem für die Kleinsten ein "Tummel-Event" ist, können sich Eltern und Großeltern zwischendurch auch bei einem Kaffee und einem Stück Kuchen niederlassen. Schließlich ist der Ski-Basar nicht nur Verkaufsbörse, sondern auch ein Ort zum Wiedersehen und zum Erfahrungsaustausch. Hektik ist fehl am Platz.
In den ersten Jahren hielt der Skiclub Hermeskeil seinen Basar in verschiedenen Lokalen in der Innenstadt ab. Dann wurde es dort überall zu klein. Seit etwa einem Jahrzehnt trifft man sich nun in der Pausenhalle der Grundschule.
Nach zwei Stunden ist der ganze Spuk vorbei. Wer etwas verkauft oder günstig erstanden hat, verlässt den Ort mit zufriedener Miene. Was aber auch für alle anderen gilt. Denn schließlich heißt es: "Kaufen darf, muss aber nicht sein." Hauptsache, der nächste Winter kommt. Ski Heil!

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