Erste Gemeindechefin in der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell in Baldringen vereidigt

Kommunalpolitik : Erste Gemeindechefin in der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell in Baldringen vereidigt

In Baldringen ist die 33-jährige Jenny-Laura Höfer als Ortsbürgermeisterin vereidigt worden. Sie löst Willi Emser ab, der das Ehrenamt 30 Jahre lang ausgeübt hat. Höfer ist die erste und bislang einzige Gemeindechefin in der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell.

Es war eine in mehrfacher Hinsicht besondere Sitzung am Dienstagabend im Bürgerhaus in Baldringen. Nach mehr als 30 Jahren beendete der bisherige Ortsbürgermeister Willi Emser im Alter von 76 Jahren sein politisches Ehrenamt an der Spitze der Gemeinde. „Für mich war das damals ein Auftrag, den ich ausgeführt habe. Heute endet mein Auftrag“, erklärte Emser, bevor er auf einige wichtige Eckpunkte seiner Amtszeit zurückblickte.

1989 sei er Ortschef einer hoch verschuldeten Gemeinde geworden, beschrieb Emser. Der Bau des Bürgerhauses habe viel Geld verschlungen. „Nach zehn Jahren waren wir aber schuldenfrei. Und das geht nur mit dem Zusammenhalt, den ich in all den Jahren als Ortsbürgermeister hier erlebt habe.“

Drei Neubaugebiete seien erschlossen worden. Beim Thema Windkraft habe es dagegen Widerstände und Rückschläge gegeben, bilanzierte der scheidende Gemeindechef. Für ihn übernimmt nun die 33 Jahre alte Jennifer-Laura Höfer, die Emser am Dienstag vereidigte.

Für den Hochwaldort und die neue Verbandsgemeinde (VG) Saarburg-Kell sei dies schon etwas Besonderes, erklärte dazu Martin Alten, hauptamtlicher Beigeordneter der VG. „Sie ist in der gesamten Verbandsgemeinde die erste und bislang auch einzige Frau an der Spitze einer Gemeinde.“ Er gratulierte der neuen Ortschefin und überreichte symbolisch ein  Cent-Stück, das er, wie er berichtete, zufällig vor dem Bürgerhaus gefunden hatte. Zuvor hatte Willi Emser seiner Nachfolgerin eine Glocke übergeben, die in keiner Ratssitzung fehlen sollte.

Die neue Gemeindechefin dankte zunächst für das von den Bürgern ausgesprochene Vertrauen. „Ich trete in große Fußstapfen und werde mein Bestes tun, um auch in den nächsten Jahren die Gemeinde schuldenfrei in die Zukunft zu führen“, versprach die Ortsbürgermeisterin, die 1986 im Saarland geboren wurde und vor ihrem Umzug nach Baldringen in Tünsdorf im Landkreis Merzig- Wadern lebte.

Mit ihrem Freund hat sie im Ort ein Haus gebaut und ist dort 2017 eingezogen. Die Abläufe in der Kommunalpolitik sind der 33-Jährigen nicht fremd. Bis Ende August arbeitet sie noch in der Kreisverwaltung Merzig-Wadern und wird dann zur Kreisverwaltung Trier-Saarburg wechseln. Zu ihren Hobbys gehören das leidenschaftliche Kochen und Wandern in der Natur, wie sie dem TV berichtete.

Und wie kam es zu ihrer Bewerbung für das politische Ehrenamt? Auf einer Weihnachtsfeier habe Willi Emser sie gefragt, ob sie nicht kandidieren wolle. „Nach kurzer Überlegung habe ich schließlich Ja gesagt. Aus Spaß wurde nun heute Ernst.“ Sie wolle den guten Zusammenhalt in der Gemeinde aufrechterhalten, kündigte Höfer an. „Was Willi Emser aufgebaut hat, ist großartig. Und ich hoffe auf viel Unterstützung innerhalb der Gemeinde.“ Das vierte Neubaugebiet sei ihr zudem ein besonderes Anliegen. In den zurückliegenden Jahren sei die Einwohnerzahl von Baldringen auf 280 Einwohner gestiegen. Viele Familien fühlten sich im Hochwaldort wohl. Für das neue Baugebiet gebe es schon zahlreiche Anfragen. „Ich freue mich auf die Herausforderungen, die auf mich und den neuen Rat zukommen“, sagte Höfer.

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