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Erste Ranger im Nationalpark Hunsrück-Hochwald haben ihre Ausbildung geschafft

Erste Ranger im Nationalpark Hunsrück-Hochwald haben ihre Ausbildung geschafft

15 Männer und eine junge Frau werden als sogenannte Ranger die wichtigsten Ansprechpartner für die Besucher des künftigen Nationalparks Hunsrück-Hochwald sein. Nach siebenmonatiger Ausbildung mit 640 Unterrichtsstunden haben die früheren Forstwirte im Alter zwischen 23 und 59 Jahren die für den Ranger-Job nötige Prüfung als Natur- und Landschaftspfleger geschafft.

Am Donnerstagabend hat das Land alle Lehrgangsteilnehmer frisch zu Rangern ernannt und ihnen im Bürgerhaus Rinzenberg (Kreis Birkenfeld) die entsprechenden Urkunden überreicht. Am Freitag stattete ihnen zudem noch Thomas Griese, Staatssekretär im Mainzer Umweltministerium, am Fuchsbau bei Züsch einen Besuch ab.

Seit Mai hatte die Gruppe für die Ausbildung die "Schulbank gedrückt", so formuliert es das Umweltministerium. Allerdings waren die künftigen Ranger zusammen mit Lehrgangsleiter Klaus Zimmermann häufig in der freien Natur unterwegs. Neben Exkursionen in andere Nationalparks haben sie viel über Biotoppflege gelernt und das praktisch zum Beispiel beim Entfernen von Fichten zur Renaturierung von Mooren angewendet.

Eine eher trockene, aber unverzichtbare Materie waren rechtliche Fragen. Denn die Ranger müssen selbstverständlich wissen, was in einem Nationalpark erlaubt ist und was nicht. Ein ganz entscheidender Punkt bei der Ausbildung bestand darin, den früheren Forstwirten das pädagogische Rüstzeug mitzugeben, damit sie als Ranger Besucher durch den Nationalpark führen und den Menschen die Natur erklären können.

"Die Hauptaufgaben der Ranger sind einerseits die Besucherbetreuung und andererseits die Gebietsbetreuung", sagt Harald Egidi, Koordinator des Nationalparkprojekts im Umweltministerium im Gespräch mit volksfreund.de. Letzteres bedeutet, dass die Ranger zum Beispiel das Borkenkäferproblem im Auge behalten müssen oder Bäume entfernen, wenn diese auf für Besucher ausgewiesene Wege fallen. 2015 sollen 16 weitere Ranger ausgebildet werden.

Noch nicht ganz spruchreif ist nach Aussage Egidis, wo sich der Stützpunkt der Ranger befinden wird. Bis Ende des Jahres soll in dieser Frage aber vertraglich alles unter Dach und Fach sein und Klarheit über den Standort herrschen.
Der Nationalpark soll an Pfingsten 2015 eröffnet werden. Vorher muss der Mainzer Landtag aber noch dem Nationalparkgesetz zugestimmt. Dieser Beschluss wird aller Voraussicht nach am 28. oder 29. Januar 2015 getroffen.

Die Mehrheitskoalition aus SPD und Grüne im Landtag ist für den Nationalpark, die CDU dagegen. Im Saarland, in dem etwa ein Zehntel der 10000 Hektar großen Schutzfläche liegt, wird der Nationalpark parteiübergreifend befürwortet.