Erste Sitzung des Stadtrats Hermeskeil: Stadtbürgermeisterin Lena Weber ernannt, René Treitz Beigeordneter

Erste Sitzung des Stadtrats : Neue Stadtspitze in Hermeskeil steht – zumindest zur Hälfte

Es kann losgehen: Die Hermeskeiler Stadtbürgermeisterin, ihr erster Stellvertreter und der neue Stadtrat sind in Amt und Würden. Für weitere wichtige Entscheidungen wollen sich alle Fraktionen noch einmal zusammensetzen.

Das Interesse ist groß an der ersten Sitzung des neuen Stadtrats. Um die 40 Zuhörer wollen am Dienstagabend im Hermeskeiler Rathaus miterleben, wie die Weichen für die nächsten fünf Jahre Stadtpolitik gestellt werden.

Der Stadtrat Die Kräfteverhältnisse im neuen Stadtparlament haben sich ein wenig verschoben. Die SPD hat zur CDU aufgeschlossen, beide haben acht Sitze. FWG (drei), Bürger für Bürger (BfB, zwei) und die Linke (ein Sitz) komplettieren den Rat. Verpflichtet werden die 22 Ratsmitglieder vom zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden Stadtbürgermeister Mathias Queck (CDU). Er würdigt zuvor einige langjährige, inzwischen ausgeschiedene Stadtpolitiker (siehe Info).

Die Stadtchefin Für Lena Weber hat das Warten ein Ende. Die 28 Jahre alte Sozialdemokratin, die sich am 26. Mai mit 54,6 Prozent der Wählerstimmen gegen CDU-Kandidat Willi Auler durchgesetzt hat, wird von Queck als neue Stadtbürgermeisterin vereidigt. Weber kündigt an: „Es gibt viel zu tun. Aber wir haben es selbst in der Hand, unser Städtchen zu gestalten.“ Sie spüre viel Euphorie und Aufbruchstimmung, die es mitzunehmen gelte. Zur Arbeit im Stadtrat sagt sie: „Ich hoffe, es gelingt uns, wieder Vertrauen und Respekt aufzubauen.“

Dasselbe Ziel verfolgten auch die Ratsfraktionen, betonen deren Vorsitzende. Stefan Ding erklärt, die CDU werde die Arbeit der „Bürgermeister-Mehrheit konstruktiv und kritisch begleiten“. Sie habe zwar die Oppositionsrolle, aber: „Wir sehen das Wahlergebnis auch als Chance, die Querelen hinter uns zu lassen und als Partner wahrgenommen zu werden.“ Berthold Grenz (FWG) bekräftigt, es sei „in unser aller Interesse, uns nicht in belanglosen Streitereien zu verlieren“. Mathias Queck übergibt die Schlüssel zum Stadtbüro und bietet der neuen Stadtchefin seinen Rat an.

Beigeordnete und Ausschüsse Die Stadt Hermeskeil wird künftig drei statt zwei Beigeordnete haben, die die Stadtbürgermeisterin unterstützen und bei Bedarf vertreten. Nur der erste Beigeordnete soll einen eigenen Geschäftsbereich verantworten und sich um Bauhof, Stadtentwicklung, Landwirtschaft, Wald, Umwelt- und Tierschutz kümmern. Für diesen Posten wählen die 20 anwesenden Ratsmitglieder René Treitz (SPD) mit 16 Ja- und vier Nein-Stimmen. Er sei froh über das deutliche Ergebnis, sagt Treitz: „Die Vorzeichen sahen in den letzten Tagen noch anders aus.“

Die Wahl der zwei weiteren Beigeordneten und die Besetzung der Ausschüsse werden auf einstimmigen Beschluss vertagt. Die Hintergründe erläutert VG-Büroleiter Werner Haubrich. SPD und Linke hätten eine Zählgemeinschaft bilden wollen, um in den siebenköpfigen Ausschüssen jeweils den siebten Sitz – der aufgrund der Kräfteverhältnisse im Rat sonst per Losentscheid vergeben würde – für sich zu verbuchen. Bei der Prüfung der Rechtslage habe er kurz vor der Sitzung festgestellt, sagt Haubrich, dass der Bundesverwaltungsgerichtshof 2003 solche Zählgemeinschaften für unzulässig erklärt habe. SPD und Linke könnten zwar wie angekündigt im Rat eng zusammenarbeiten, die Vergabe der Ausschusssitze aber nicht zu ihren Gunsten beeinflussen. Möglich sei allerdings eine Einigung mit der gleich starken CDU über die Verteilung der siebten Sitze in den insgesamt sechs Ausschüssen.

René Treitz (SPD) schlägt vor: „Angesichts der neuen Umstände sollten wir noch einmal Gespräche mit allen Fraktionsspitzen führen, um zu einer guten Gesamtlösung zu kommen.“

Abschiede Die Würdigung des scheidenden Stadtchefs übernimmt Willi Auler. „Wir haben zusammen für Hermeskeil viel erreicht“, urteilt der ehemalige erste Beigeordnete. Queck  habe unter anderem sein damaliges Wahlversprechen eingelöst und einen Drogeriemarkt plus Wasgau nach Hermeskeil geholt.

Letzte Amtshandlung als Stadtbürgermeister: Mathias Queck (CDU) ernennt am Dienstagabend in der ersten Stadtratssitzung Lena Weber (SPD) zur neuen Hermeskeiler Stadtchefin. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber
Der neue Stadtrat Hermeskeil nach seiner ersten Sitzung - mit dem am Dienstag gewählten ersten Beigeordneten René Treitz (SPD, vorne links), Stadtbürgermeisterin Lena Weber (vorne Mitte) und Hartmut Heck, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil (vorne rechts). Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Queck wiederum ehrt seine beiden Ex-Beigeordneten, die beide als normale Ratsmitglieder der Stadtpolitik erhalten bleiben. Willi Auler und Volker König (SPD) waren seit 2009 im Amt, Auler mit eigenem Geschäftsbereich Kultur und Jugendarbeit, König mit der Verantwortung für den Bauhof. Auler habe wichtige Themen wie die Neuorganisation des Stadtfests und die Umsiedlung des Jugendzentrums maßgeblich begleitet. Königs Tür im Stadtbüro habe für die Bürger immer offen gestanden. Auler sagt, er blicke mit Dankbarkeit zurück, die Arbeit habe ihm „fast immer“ Spaß gemacht. König lobt, die Zusammenarbeit im Stadtvorstand sei von gegenseitiger Loyalität und Respekt geprägt gewesen.

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