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Erinnerungskultur: Erweiterungsbau für Gedenkstätte KZ Hinzert: Vorarbeiten beginnen bald

Erinnerungskultur : Erweiterungsbau für Gedenkstätte KZ Hinzert: Vorarbeiten beginnen bald

Die Gedenkstätte wird erweitert, um der steigenden Zahl von Besuchern gerecht werden zu können. Der Architekt, der den Erweiterungsbau plant, ist derselbe, der das bereits bestehende Dokumentations- und Begegnungszentrum entworfen hat.

Auf dem Gelände der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert wird ein Erweiterungsbau entstehen, der im kommenden Jahr fertiggestellt und eröffnet werden soll. Damit werden die vorhandenen Räume des Dokumentations- und Begegnungszentrums mit Seminarraum und Ausstellungsraum ergänzt.

Die Planungen sind nun soweit fortgeschritten, dass laut rheinland-pfälzischem Kulturministerium in den kommenden Wochen die notwendigen Baumfällarbeiten begonnen werden. Baubeginn soll aller Voraussicht nach im Frühsommer sein. Die Fertigstellung der Bauarbeiten und die Übergabe an die Landeszentrale für politische Bildung ist für Sommer 2022 geplant. Der geplante Erweiterungsbau sieht ein zweistöckiges Gebäude mit zwei Seminarräumen vor. Die neuen Räume sollen es ermöglichen, künftig parallel mehrere Gruppen (vor allem Schulklassen) in der Gedenkstätte betreuen zu können. Ausführender Architekt ist Prof. Wolfgang Lorch, Professor für Entwerfen und Baugestaltung an der TU Darmstadt. Das Büro Wandel Lorch Architekten hat bereits  das Dokumentationshaus an der Gedenkstätte Hinzert errichtet und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

Zur ansteigenden Zahl der Besucher in der Begegnungsstätte sagt Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung: „In den letzten Jahren haben wir in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert einen stetigen Anstieg von Besucherinnen und Besuchern und insbesondere auch von Gruppen zu verzeichnen. Der Erweiterungsbau wird daher benötigt, um der steigenden Nachfrage insbesondere von Gruppen und Schulklassen gerecht werden zu können.“ Die Verantwortlichen der Landeszentrale begrüßten es sehr, dass die wichtige Arbeit der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert durch die Landesregierung weiter gestärkt und mit dem Erweiterungsbau auch für ein breiteres Publikum ermöglicht werde.

Der für die Gedenkstätten zuständige Minister Konrad Wolf erklärt: „Der heutige Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, das wie kaum ein anderer Ort die Verbrechen des Nationalsozialismus symbolisiert. Dieser Tag dient der Erinnerung an Millionen Opfer, die systematisch vernichtet wurden. Er mahnt uns aber auch, dass das Gedenken und das Erinnern an die Verbrechen der NS-Zeit wachgehalten und aktiv betrieben werden muss. Daher ist es wichtig, dass wir gerade heute ein Zeichen setzen für eine starke Gedenkarbeit im Land.“

Zur Architektur sagt Bauministerin Doris Ahnen: „Die Auseinandersetzung mit dem Ort und seiner Geschichte kann nicht durch authentische Spuren des Lagers unterstützt werden, da keine historischen Überreste mehr zu sehen sind. Daher wurde seinerzeit mit einem Architektenwettbewerb für das Dokumentationszentrum ein Entwurf gewählt, der die Ambivalenz zwischen der grauenvollen Geschichte und der heutigen Landschaftsidylle ausdrückt und somit ein wesentlicher Bestandteil der Gedenkstättenarbeit wird.“ Das eindrucksvolle Gebäude von Prof. Wolfgang Lorch habe zahllose Preise erhalten und sei sicherlich auch ein Grund für die hohe Besucherresonanz. Ahnen: „Wir sind froh, dass Prof. Lorch sich bereit erklärt hat, den Erweiterungsbau zu entwerfen. Ich bin davon überzeugt, dass es erneut gelingt, mit der Architektur des Erweiterungsbaus ein Zeichen zu setzen.“

In Rheinland-Pfalz wird die Gedenkarbeit von der Landeszentrale für politische Bildung und den ihr zugehörigen Einrichtungen - dem NS-Dokumentationszentrum, der Gedenkstätte KZ Osthofen und der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert – betrieben. Darüber hinaus fördert und unterstützt das Land die Arbeit der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz, in der Institutionen, Initiativen und Gruppen tätig sind, die Gedenkarbeit auf regionaler und lokaler Ebene betreiben.