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Es fährt kein Zug nach Hermeskeil: Zuschuss für Hunsrückbahn verboten

Hermeskeil/Morbach. Auch die neue Landesregierung schiebt dem geplanten Kauf der Hunsrückquerbahn einen Riegel vor. Nach wie vor verbietet Mainz den Kreisen Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg, für dieses Projekt Geld auszugeben. Das Land hat nun aber Experten damit beauftragt, den Zustand der Brücken und Viadukte auf der Strecke zu überprüfen. Herbert Thormeyer

Hermeskeil/Morbach. Auf dem insgesamt 48 Kilometer langen Schienenstrang der sogenannten Hunsrückquerbahn herrscht zurzeit ein zweigeteiltes Bild. Auf den 19 Kilometern zwischen Morbach und Büchenbeuren dürfen die Schienenbusse der Unternehmensgruppe Hochwaldbahn (HWB) rollen. Anders sieht es auf dem seit Jahren stillgelegten Abschnitt zwischen Hermeskeil und Morbach aus. Zwar sind auch dort die Gleise inzwischen wieder freigeschnitten. Auch hat die HWB die Trasse bis 2015 von der Noch-Besitzerin - der Deutschen Bahn AG - gepachtet. Für HWB-Geschäftsführer Bernd Heinrichsmeyer stellt sich aber nach wie vor die drängende Frage, "wann wir endlich den Lückenschluss schaffen". Denn hinter der vieldiskutierten Wiederbelebung des Teilstücks Hermeskeil-Morbach steht weiter ein Fragezeichen. Zur Erinnerung: Bisher hatte das Land die Pläne der zwei Kreise Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg sowie der Anrainerkommunen Hermeskeil, Thalfang und Morbach abgelehnt. Güterzüge und Schienenbusse

Diese wollten der Bahn-AG den Schienenstrang abkaufen und ihn anschließend für die Nutzung von Güterverkehr und Fahrten mit Schienenbussen freigeben. Für die neu formierte Landesregierung gibt es keinen Grund, von den früheren Aussagen abzurücken: "Es gilt weiterhin die alte Maßgabe, dass die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) als Aufsichtsbehörde den Landkreisen die Investition wegen bestehender Überschuldung untersagt", beantwortet Joachim Winkler, Sprecher des von Roger Lewentz (SPD) geführten Infrastrukturministeriums, eine aktuelle TV-Anfrage. Das fehlende Geld sei der springende Punkt. In Bernkastel-Wittlich geht es um Kosten in Höhe von 100 000 Euro, in Trier-Saarburg um 75 000 Euro. Die für Verkehrsfragen zuständige Behörde hat aber inzwischen ein Gutachten in Auftrag gegeben. Experten sollen auf dem Teilstück Hermeskeil-Morbach den Sicherheitszustand der zwölf Brücken, darunter drei Viadukte, überprüfen. Das soll noch in diesem Monat geschehen. HWB-Chef Heinrichsmeyer setzt weiter darauf, dass es irgendwann mit dem Kauf der Strecke klappt. Während der Verhandlungen mit der Bahn, die nun schon seit mehreren Jahren andauern, fiel der Preis zusehends. Preis auf 430 000 Euro gesunkenDerzeit liegt er bei 430 000 Euro. Laut Heinrichsmeyer besteht die Aussicht, dass ein Unternehmer - der namentlich jedoch nicht genannt werden will - in die Bresche springen und den Kauf zwischenfinanzieren könnte. Der HWB- Chef, fügt jedoch hinzu: "Eine Dauerlösung ist das nicht. Denn machen wir uns nichts vor: Es wird für den Unterhalt der Strecke auch Folgekosten geben."Die Anrainerkommunen stehen weiter Gewehr bei Fuß für den Ankauf der Schienen. "An unserer Meinung, dass die Hunsrückbahn erhalten werden muss, hat sich nichts geändert", sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Thalfang, Hans-Dieter Dellwo. 105 000 Euro stehen als Anteil im Thalfanger Haushalt.In der Gemeinde Morbach wird gerade ein neuer Bürgermeister gesucht. "Während der Vakanz werden wir keine Entscheidung über den Ankauf der Bahnstrecke treffen", erklärt der Büroleiter im Rathaus, Theo Gätz. Der Gemeinderat stehe jedoch ohne Wenn und Aber zum Ankauf der Gleise. Das Thema werde wieder aufgegriffen, wenn nach dem 7. August ein neuer Bürgermeister gewählt ist. Eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 75 000 Euro steht im Haushalt der Verbandsgemeinde Hermeskeil. "Damit liegen die rechtlichen Voraussetzungen vor, einen Kaufvertrag zu unterzeichnen", erklärt der Erste Beigeordnete, Hartmut Heck, für den in Urlaub weilenden Rathauschef Michael Hülpes.