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Es geht nicht um einen Schönheitspreis

 Rollen die Bagger wieder an? Vor sechs Jahren wurde die alte Bahnbrücke bei Kell am See abgerissen (Bild). Jetzt soll hier ein Übergang für Radfahrer entstehen. Die Keller SPD ist gegen das Projekt. TV-Foto: Archiv/Joachim Johanny
Rollen die Bagger wieder an? Vor sechs Jahren wurde die alte Bahnbrücke bei Kell am See abgerissen (Bild). Jetzt soll hier ein Übergang für Radfahrer entstehen. Die Keller SPD ist gegen das Projekt. TV-Foto: Archiv/Joachim Johanny
Der Preis ist wichtiger als das Aussehen: Mit dieser Vorgabe der CDU-Mehrheitsfraktion im Keller Gemeinderat sollen nun die Ingenieure von "Paulus und Partner" einen konkreten Entwurf für die viel diskutierte Radwegbrücke über die L 143 entwickeln. Die SPD sagt hingegen weiterhin grundsätzlich "Nein" zu diesem Vorhaben. Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

Kell am See. Wenn es um die geplante Radwegbrücke über die L 143 geht, dann ist es - anders als beispielsweise beim Neubaugebiet (der TV berichtete) - im Keller Ortsgemeinderat mit der Einigkeit vorbei. Daran hat sich im vergangenen halben Jahr nichts geändert. Streit unter den Parteien

Die CDU-Mehrheitsfraktion macht sich für dieses Projekt stark und hat mit mehreren Beschlüssen die Weichen für die Verwirklichung des Vorhabens auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg gestellt. Die SPD lehnt es ab, weil in der ursprünglichen Planung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) für die Überquerung der Straße eine Lösung wie auf dem Maare-Mosel-Radweg vorgesehen war. Diese Variante hätte der Ortsgemeinde keine Kosten verursacht. Auch in der jüngsten Sitzung des Rats stellte SPD-Sprecher Edgar Thielen klar: "Wir verlassen unsere Position nicht. Der Bau der Brücke ist nicht die Baustelle der Gemeinde. Deshalb werden wir auch keinem Planungsauftrag zustimmen." Die logische Konsequenz: Die CDU vergab im Alleingang an das Waderner Ingenieur-Büro "Paulus und Partner" den Auftrag, einen konkreten Entwurf für ein solches Brücken-Bauwerk zu machen. Damit, so Ortsbürgermeister Markus Lehnen (CDU), erledige die Ortsgemeinde einen wichtigen Teil ihrer "Hausaufgaben". Obwohl der Zeitplan eng ist, und voraussichtlich Ende Oktober der Radweg-Abschnitt zwischen Kell und Niederkell fertig sein soll, hält es der Gemeindechef für möglich, "dass bis dahin auch die Brücke stehen kann". Wie das Bauwerk später aussehen soll, ist zurzeit noch unklar. Allerdings gab der Gemeinderat den Planern als Vorgabe eine Gewichtung mit auf den Weg. In erster Linie ist der Preis wichtig, sollen die Ingenieure eine kostengünstige Lösung finden. Gestaltung und Konstruktion spielen eine nachgeordnete Rolle. Laut Bürgermeister Werner Angsten (CDU) liegt inzwischen die Zusage des Landes vor, dass vorzeitig mit dem Bau der Brücke begonnen werden kann.Zuschüsse fließen erst 2008

Die Zuschüsse aus Mainz werden aber wohl erst 2008 fließen. Auch die Höhe der Förderung ist noch offen. "Einen solchen Antrag kann man erst dann stellen, wenn die Gesamtkosten feststehen", betonte Angsten. Lehnen fügte hinzu: "Bisher gibt es ja nur Schätzungen. Deshalb brauchen wir auch die konkrete Planung." Im Raum stand zuletzt eine Summe von rund 130 000 Euro, die für den Brückenbau veranschlagt werden. In Kell wird darauf gehofft, dass das Land aus Mitteln des Investitionsstocks einen Anteil von 60 bis 70 Prozent übernimmt. Der Rest soll so finanziert werden, dass die Ortsgemeinde, die Verbandsgemeinde und der Kreis jeweils ein Drittel der noch ungedeckten Kosten übernehmen. Kreis und Ortsgemeinde haben dieser Lösung bereits zugestimmt. Der Verbandsgemeinderat muss über seine Beteiligung noch entscheiden. In den Beratungen des Haupt- und Finanzausschusses sei aber bereits eine "grundsätzliche Bereitschaft" signalisiert worden, informierte Angsten.