"Es geht nur um Gefühle"

KONZ. (dse) Im Rahmen der Kulturtage Trier-Saarburg wurde es im Kloster Karthaus romantisch: Zum 175. Todestag von Franz Schubert und zum 100. Todestag von Hugo Wolf trugen Christiane Gissing, Sopran, und Gabriele Remer, Klavier, zahlreiche Werke der beiden Künstler vor. Moderiert wurde der Abend von Martin Möller.

Franz Schubert, der kurz nach Beethoven 1828 an Typhus starb und nur 31 Jahre alt wurde, gilt als Erfinder des modernen, deutschen Kunstliedes, in dem er der Komposition psychologische Vertiefung und Gleichrangigkeit von Stimme und Klavier gab. Wie Mozart und Haydn lebte Schubert in Wien und hatte es zunächst schwer, sich von den dominierenden Komponisten zu lösen, die ihn einerseits inspirierten, andererseits aber auch erdrückten. Trotzdem schuf er neben Messen, Sinfonien und einigen Opern rund 600 Lieder. "Schubert hat Gefühlswelten aufgeschlossen, die es vorher in der Musik nicht gab", erklärte Moderator Martin Möller. "Eigentlich betrübten Gedichten verleiht er einen besonderen Beiklang und arbeitet mit entlegenen Tonarten mehrdeutige Zwischentöne heraus." Im Konzert gaben die beiden Künstlerinnen Gabriele Remer und Christiane Gissing einen Querschnitt durch das Schaffen von Franz Schubert. Mit dabei "Die Forelle" von Schubart, das "Heidenröslein" von Goethe oder "Der Zwerg" von Collin. Obwohl Goethe eine Kontaktaufnahme von Schubert zweimal ablehnte, vertonte er einige Werke des damals schon sehr berühmten Goethe. Auch Hugo Wolf, geboren 1860, schrieb in erster Linie Lieder. Er schaffte allerdings "nur" 300. Das Neue daran war die völlige Emanzipation des Klavierparts. Er starb nach einem Selbstmordversuch und schwerem psychischem Leiden 1903 in Wien. Von seinen Werken standen "Das verlassene Mägdlein", "Elfenlied" (von Mörike) oder Morgentau (aus einem alten Liederbuch) auf dem Programm. Die Ausdruckskraft und Emotionalität dieser Lieder ist einzigartig. Musik galt den Romantikern als die höchste Kunst, denn sie war nicht Gegenständlich wie Gemälde. Einige gingen sogar soweit zu sagen, dass sie das Unbewusste befreie.