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"Es geht um den Wohlstand vor Ort"

"Es geht um den Wohlstand vor Ort"

HERMESKEIL/MANDERN. Aus der Raiffeisenbank Hochwald und der Volksbank Hermeskeil wird die Volksbank Hochwald eG mit Sitz in Hermeskeil. Beide Mitgliederversammlungen stimmten der Fusion zu.

144-malJa, dreimal nein - so sieht das Ergebnis derMitgliederversammlung der Raiffeisenbank Hochwald in derManderner Siebenbornhalle aus. Die Mitgliederversammlung derVolksbank Hermeskeil unter der Leitung desAufsichtsratsvorsitzenden, Johannes Scholand, setzte imHermeskeiler Johanneshaus noch eins drauf: Alle 126Stimmberechtigten wollten die Fusion. Diese wird nach Eintragbeim Registergericht rechtskräftig. Rechtzeitig die Weichen stellen

"Es geht um die künftige Existenzsicherung unseres Unternehmens", machte Gerhard Holbach, bisheriger Vorstand der Volksbank Hermeskeil, der Versammlung klar. Es gelte, rechtzeitig die Weichen zu stellen. Es gehe nicht um die Größe der Bank als Selbstzweck, sondern vielmehr um die Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit.

Die Bedingungen, mit denen heute Anbieter von Bankdienstleistungen zu kämpfen haben, seien in den letzten Jahren immer härter geworden. Der Vorstand beklagte einen Verdrängungswettbewerb, steigende Sach- und Personalkosten sowie verschärfte gesetzliche und aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen.

Jetzt sollte der Fusionsvertrag von den Mitgliedern besiegelt werden. Die Vorteile dieses Schrittes liegen auf der Hand: Das größere Unternehmen kann den veränderten Marktbedingungen angepasst werden. Es ist möglich, den jetzt 15 300 Kunden noch mehr qualifizierte Beratung zu bieten sowie den gesamten Geschäftsbetrieb zu rationalisieren.

"Und das hat Vorteile für die gesamte Region", so Holbach. "Die mittelständische Wirtschaft kann von der neuen Volksbank Hochwald eG mit höheren Krediten versorgt werden. Damit werden Arbeitsplätze gesichert und bestimmt auch neue geschaffen." Geschäftsstellen wird das neue Geldinstitut in Geisfeld, Gusenburg, Hentern, Kell am See, Lampaden, Mandern, Rascheid, Reinsfeld, Schillingen, Schöndorf und Waldweiler unterhalten. Hauptsitz ist Hermeskeil.

Die Bank gehört 4369 Mitgliedern. Das Unternehmen weist eine Bilanzsumme von 144 Millionen Euro auf. 90 Millionen Euro an Krediten stehen 119 Millionen Euro an Einlagen gegenüber. An haftenden Eigenmitteln hat die neue Bank zwölf Millionen Euro.

Vorstand Hans-Werner Philipp drückte die Notwendigkeit des Zusammenschlusses etwas bildhafter aus. Seiner Ansicht nach gebieten "die vier K" die Fusion: Konjunktur, Kundenorientierung, Kosten und Kräftebündelung. "Es geht um den Wohlstand vor Ort", so der Banker.

Philipp setzt auf einen dynamischen Mittelstand, dem eine größere Volksbank mehr Schub verleihen kann als zwei kleinere. Es schlössen sich zwei gute und gesunde Institute zusammen, oder anders ausgedrückt: "Es ist eine Liebesheirat, keine Muss-Ehe."

Der Fusionsvertrag wurde nicht nur vorgelesen, sondern auch in großen Lettern auf eine Leinwand auf der Bühne des Johanneshauses projiziert.

Technische Fusion beginnt im Juni

Die Fusion macht auch Satzungsänderungen notwendig, die auf gelben Zetteln auslagen. Auch diese Änderungen wurden einstimmig angenommen.

Nach Ablauf einer Einspruchsfrist beim Registergericht sind dieBanken ab Juni ein gemeinsames Haus. Danach beginnt die technische Fusion. Auch der neue Aufsichtsrat wurde gewählt.

Es sind von der ehemaligen Volksbank Hermeskeil Karl Heil, Johannes Scholand, Hugo Becker, Jürgen Emmerich und Michael Knüttel sowie von der ehemaligen Raiffeisenbank Hochwald Wolfgang Schäfer, Hans-Peter Kolz, Armin Giebel, Alfons Klaeser, Helmut Moßmann, Hermann Steffes und Josef Steuer. Geleitet wird die Bank von einem vierköpfigen Vorstand mit Gerhard Holbach, Herbert Hoff, Hans- Werner Philipp und Horst Rauber.