"Es ist sehr, sehr schön"

SAARBURG. Literatur trifft altes Handwerk: Anke Kramer, Sprachwissenschaftlerin und Sprachkünstlerin aus Saarburg, las aus "Bruder Feuer" von Luise Rinser im Rahmen der Kulturtage des Kreises Trier-Saarburg in der Glockengießerei Mabilon in Saarburg.

Franz von Assisi lebt im 20. Jahrhundert, und ein Zeitungsreporter macht sich auf, seinen Auftrag zu erfüllen und sich über die Geschichte des Franz und seiner Kommune zu informieren. Das ist die Geschichte, die Luise Rinser in ihrem Buch "Bruder Feuer" beschreibt. Aus dieser Geschichte las Anke Kramer in der Glockengießerei Mabilon in Saarburg.Musik kommentiert und hebt auf andere Ebene

In einer Mischung aus Lesen, Singen und Schauspielern schlüpfte sie in die Rolle des Zeitungsreporters, präsentierte dessen Aufzeichnungen, die er bei seiner Reise in die Berge und auf der Suche nach Informationen macht. Musikalisch unterstützt wurde sie dabei von Birgit Auernheimer am Klavier. "Die Musik sollte als eine Art Kommentar gesehen werden", sagte Anke Kramer, die aus Saarburg kommt, als Diplom-Sprechwissenschaftlerin arbeitet und als Sprechkünstlerin in der Gruppe "fabuLyriker" aktiv ist. "Über die Musik soll noch eine andere Ebene gefunden werden", fügte Birgit Auernheimer hinzu, die "meditative und sehr herbe" Klavierstücke präsentierte. Die Lesung, die im Rahmen der Kulturtage des Kreises stattfand, war gut besucht: "Wir haben heute etwa 70 Leute hier", zeigte sich Anette Barth, Leiterin der Volkshochschule Saarburg und Kulturbeauftragte der Stadt, erfreut. "Das ist eine kleine, aber feine Veranstaltung, so wie es geplant war." Dass die Lesung in der Glockengießerei stattfand, kam nicht von ungefähr, so Anette Barth, die für diese Veranstaltung verantwortlich war: "Eine moderne Lesung über den Heiligen Franziskus mit einer christlichen Botschaft, das passt einfach in die Glockengießerei." Und das passe auch in das Konzept, das sie und ihre Kollegen für die Kultur in Saarburg und Umgebung verfolgen: "Wir wollen die kulturhistorischen Zeugnisse in der Stadt und der Umgebung in Wert setzen, das soll nicht immer nur touristisch geschehen, sondern auch kulturell." Das Konzept ging auf in der Glockengießerei: Vollkommene Ruhe herrschte unter den Zuschauern, gespanntes Zuhören, und Begeisterung erfüllte das Publikum schon vor der Pause: "Es ist super", bestätigte Fernand Urhausen aus Luxemburg, und seine Frau Erika ergänzte: "Es ist sehr, sehr schön. Der Rahmen ist toll in der Glockengießerei, und die Übertragung einer religiösen Geschichte in die heutige Zeit ist faszinierend. So kann man das viel besser nachvollziehen." Text, Musik und Vortrag, gepaart mit der Atmosphäre in der Glockengießerei, überzeugten - am Schluss gab's langen Applaus für Anke Kramer und Birgit Auernheimer. Erika Urhausen war voll und ganz zufrieden: "Das ist genau so ausgegangen, wie ich es mir gewünscht habe."

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