Es kann nur zwei geben

Beim "Modern Music Award" spielen Rockbands um die Gunst von Jury und Publikum sowie um Preisgelder und Auftrittsmöglichkeiten. Der zweite Teil des Halbfinales ging am Wochenende in Saarburg über die Bühne.

Saarburg. "Dabeisein ist alles" ist ein fragwürdiges Motto und stammt auch sicher nicht von einem Gewinner.

Von daher war es wohl ein schwacher Trost für die Trierer Band "Jetzt", die beim zweiten Halbfinale des "Modern Music Awards" im Saarburger Schulzentrum vor gut 130 Besuchern den schwierigen Job als Opener übernehmen durfte, dass schon ihre bloße Teilnahme am Wettbewerb ihre Qualität bezeugte: Sie mussten es ja erst einmal durch die Vorauswahl schaffen.

Die Band, deren Song "Freunde sein" sich zehn Wochen in den Charts der "Netzparade" beim Radiosender "Das Ding" hielt, macht poppigen Rock mit deutschen Texten, der zwischen "Juli" und "Silbermond" eingeordnet werden darf.

Ungestüme Energie statt filigranem Wohlklang



In Saarburg bewahrten sie auch ihre durchaus atmosphärischen Songs und die tolle Gesangsstimme von Frontfrau Julia Diedrich nicht vor dem dritten Platz, der das Ausscheiden aus dem Wettbewerb bedeutet.

Als nach kurzer Umbaupause "A Hurricane's Revenge" die Bühne enterten, füllte sich der Raum direkt davor deutlich: Wohl dem, der Freunde hat!

Die erst 2007 gegründete Band hatte davon offensichtlich einige mitgebracht, denn bei der Publikumsabstimmung lagen die vier Jungs aus Trier und Umgebung deutlich vorne. Die Rache des Tropensturms - so die Übersetzung des Band-Namens - hörte sich an wie Punk mit einem schönen Schuss Rock'n'Roll, dem vor allem der Sänger vielleicht weniger durch filigranen Wohlklang, sicher aber durch ungestüme Energie die richtige Würze gibt.

Als letzte Band des Halbfinales durften "The Perfect Goodbye" an den Start gehen: Die machen ziemlich heftigen Hardcore, der mit vielen interessanten Melodiedetails ausgearbeitet ist.

Finale am 24. Oktober



Vor allem dank des phantastischen Drummers blieb das alles "auf den Punkt serviert". Auch der Sänger/Screamer Daniel Scharfbillig, der sich auf der Bühne bewegte, als gäbe es Kilometergeld, überzeugte letztlich Jury und - unübersehbar - auch das Publikum.

Als Gast beschloss die Punkband "Hansa Wurstbrot" aus Perl den Abend in Saarburg. Letzter Teil des Wettbewerbs ist dann das Finale im Exhaus am Freitag, 24.Oktober, wo die zwei Gewinner aus Saarburg sich den Metallarbeitern "Ichor" und den Ska-Komikern "Ivan Ivanovic & The Kreml Krauts" stellen müssen.