Essen gibt’s jetzt in der Drei-Sterne-Mensa

Essen gibt’s jetzt in der Drei-Sterne-Mensa

Sterneküchen gibt es nicht nur in feinen Restaurants. Auch die Mensa der Schule am Pulvermaar in Gillenfeld darf sich nun mit einer solchen Auszeichnung schmücken. Verliehen wurde sie nun in Hermeskeil im Rahmen eines Landeswettbewerbs, durch den Schulen ihr Essensangebot kontinuierlich verbessern sollen.

"Oh lecker, heute gibt es Käsespätzle", freut sich Max. Der Siebtklässler ist einer von fünf Essenswächtern, die an der Integrierten Gesamtschule Hermeskeil (IGS) im Auge behalten, was dort in der Mensa auf die Teller kommt. "Wir schauen zum Beispiel, ob es den Schülern schmeckt oder ob viele Reste zurückbleiben", erklärt Max' Kollegin Elena. Auch Vorschläge für den Speiseplan dürften sie machen: "Burritos mögen nur wenige, aber Spaghetti kommen gut an", weiß Max. Auch die Salatbar sei beliebt. "Da stehen immer viele an."

Ihre Beobachtungen geben die Essenswächter an Lehrerin Hedi Willems weiter. Sie ist die Verpflegungsbeauftragte im Kollegium und betreut das Projekt Mensa seit den Anfängen. Die IGS nimmt wie die Gillenfelder Schule am Pulvermaar, Vulkaneifelkreis, an einem Qualifizierungsprozess des Landes teil (siehe Extra). Beide erhielten für ihre Fortschritte in Sachen gesundes Schulessen und Ernährungsbewusstsein bereits zwei Sterne. Die Auszeichnungen orientieren sich an dem berühmten Restaurantführer Michelin. Die höchste Stufe sind drei Sterne - und die haben beide Mensen nun auch erreicht.Fragen an prominenten Gast


Die Urkunden übergab Ernährungsministerin Ulrike Höfken (Grüne) in Hermeskeil. Zuvor stellte sich der Gast aus Mainz einigen Fragen der Essenswächter. Wie sie auf die Idee mit den Sternen gekommen sei, wollten die zum Beispiel wissen. "Wir wollten den Schulen einen zusätzlichen Anreiz geben, ihr Essen zu verbessern", erklärte Höfken. Außerdem gäben die beteiligten Schulen ihren Schülern auch "das Rüstzeug für einen nachhaltigen Lebensstil" mit. "Spaß und Genuss am gemeinsamen Essen" förderten zudem die soziale Kompetenz und die Wertschätzung für die Lebensmittel.
Auf die Frage, ob sie denn selbst kochen könne, bot die Ministerin lachend an, dies bei Gelegenheit vor Ort zu beweisen.
In der Schule am Pulvermaar in Gillenfeld wird frisch gekocht und dabei sehr viel Wert auf regionale Produkte gelegt. Die Köchin nutzt auch Produkte aus dem Schulgarten und wird in Unterrichtsprojekte zum Thema Ernährung einbezogen.
Trotz aller Freude über die Auszeichung muss man in Gillenfeld Ball bleiben. Denn: Alle drei Jahre wird geprüft, ob die Mensa ihre Sterne weiterhin verdient.Extra

Vier Schulen in Rheinland-Pfalz sind von Ernährungsministerin Ulrike Höfken für die gute Qualität ihres Mittagessens ausgezeichnet worden. Den dritten Stern für ihre Mensa erhielten die IGS Hermeskeil, die Schule am Pulvermaar in Gillenfeld, das Gymnasium Nackenheim und die Realschule plus Altenkirchen. Sie haben damit erfolgreich einen Qualifizierungsprozess im Rahmen der Landesinitiative "Rheinland-Pfalz isst besser" abgeschlossen. Darin bemühen sich seit 2014 landesweit 60 Schulen mit Hilfe von Ernährungsberatern des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum und der Vernetzungsstelle Schulverpflegung um ein ganzheitliches Verpflegungskonzept. Dazu gehören neben gutem Essen auch eine ansprechende Gestaltung der Mensa und Projekte zur Ernährungsbildung. Rund ums Essen wird viel getan: So mussten die Schulen für den ersten Stern einen runden Tisch zur Mittagsverpflegung etablieren. Im nächsten Schritt wurden die Rahmenbedingungen des Essens verbessern. In der dritten Stufe wurde ein Verpflegungskonzept erstellt. cweb

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