Etat der VG Saarburg: Umlage sinkt auf 28,5 Prozent

Etat der VG Saarburg: Umlage sinkt auf 28,5 Prozent

Der Verbandsgemeinderat Saarburg hat auf seiner gestrigen Sitzung den Haushaltsplan 2014 verabschiedet. Er weist Einzahlungen und Auszahlungen in Höhe von jeweils 14,5 Millionen Euro aus. Gleichzeitig wird die Verbandsgemeindeumlage um 1,5 Prozentpunkte auf 28,5 Prozent gesenkt.

Manchmal sind kommunale Haushalte paradox. So auch der 2014er Haushalt der Verbandsgemeinde Saarburg (VG). Obwohl die Verbandsgemeindeumlage für die Ortsgemeinden um 1,5 Prozentpunkte gesenkt wird, was laut Bürgermeister Jürgen Dixius einer realen Senkung von fünf Prozent entspricht, überweisen die 16 Gemeinden der VG-Verwaltung in diesem Jahr rund 250 000 Euro mehr als im Vorjahr. Das liegt daran, dass, wegen höherer Einnahmen der Gemeinden die gesamte Umlage um 1,6 Millionen Euro auf nunmehr 16,8 Millionen Euro steigt. "Die Mehreinnahmen brauchen wir auch, da unter anderem die Löhne und Gehälter der VG-Angestellten gestiegen sind. Trotzdem bin ich sehr zufrieden, dass der Umlagesatz auf den niedrigsten Stand seit Gründung der VG gedrückt werden kann", sagt Dixius.
Das Land überweist an die VG 5,9 Millionen Euro. Gleich danach folgen die 16 Kommunen der VG, die über die Umlage knapp 4,8 Millionen zum VG-Haushalt beisteuern. Allein die Stadt Saarburg zahlt 1,5 Millionen Euro und damit den höchsten Betrag an die VG-Kasse. Den niedrigsten Beitrag in der VG leistet der Ort Mannebach mit rund 75 000 Euro. Für den Unterhalt der Grundschulen, von denen die VG die Trägerin ist, gibt es von den Ortsgemeinden mit Ausnahme der Orte Serrig und Irsch nochmal eine Million Euro, die etwa zur Finanzierung von Sanierungen oder für den Gebäudeunterhalt verwendet wird.Renaturierung des Dilmarbaches


Für den Brandschutz stehen in diesem Jahr etwa 1,2 Millionen Euro bereit. Davon fließen eine Million Euro in den Bau einer zentralen Feuerwache in Saarburg. Für 2015 sind für die neue Feuerwache weitere Investitionen in Höhe von 1,9 Millionen Euro eingeplant.
In die Grundschulen St. Laurentius und St. Marien in Saarburg sowie Freudenburg und Wincheringen fließen 168 000 Euro. Der aus Mitteln der Europäischen Union zu 90 Prozent finanzierte Hochwasserschutz steht mit 925 000 Euro im Haushalt. Die teuerste Maßnahme in diesem Jahr ist hier die Renaturierung von Teilen des Dilmarbaches. Auch die beiden Bäder werden für 330 000 Euro weiter energetisch saniert. "Dass wir hier in den Vorjahren entsprechend investiert haben, entlastet den Haushalt der VG schon gegenwärtig spürbar", sagt Dixius, der diesen Weg innerhalb der VG auch weiter verfolgen will.
Außerdem stellt die Verbandsgemeinde erstmals einen Betrag von 40 000 Euro zur Verfügung, damit die Gemeinden die demographische Entwicklung mit eigenen Initiativen begleiten können. "Das soll ein Anreiz für die Kommunen sein, sich mit dem Thema zu beschäftigen", sagt der Bürgermeister. Dringend ist auch die Sanierung der Stützmauer hinterm Sitzungssaal der Verwaltung. "Hier hat es im Vorjahr Steinschlag gegeben. Wir müssen in diesem Bereich zunächst den Efeubewuchs beseitigen, um dann zu untersuchen, wie wir die Mauer, die auf historischen Fundamenten steht, stabilisieren können", erklärt Dixius. Hierfür sowie für weitere Unterhaltungsmaßnahmen am Schlossberg stehen insgesamt 236 000 Euro im Haushalt. Der Haushaltsplan weist ein Defizit von 27 000 Euro aus und ist damit fast ausgeglichen. Das Eigenkapital sinkt auf knapp 24 Millionen Euro.Meinung

Schmankerl für die Kommunen
Der Etat der Verbandsgemeinde hält für die Gemeinden zwei Schmankerl bereit: die Senkung der Umlage auf 28,5 Prozent und einen finanziellen Anreiz, sich mit den Folgen des demografischen Wandels zu befassen. Das letzte Angebot sollten die Gemeinden ernst nehmen, denn mancherorts ist erkennbar, dass Ortskerne ausbluten. Sei es, weil Immobilienanbieter überzogene Preisvorstellungen haben oder die Infrastruktur auf eine sich ändernde Gesellschaft nicht vorbereitet ist. Auf diese Entwicklungen Antworten zu finden, ist eine der wichtigsten Aufgaben von Kommunalpolitikern. Dass die Verbandsgemeinde sie hierbei finanziell unterstützen will, ist nur zu begrüßen. saarburg@volksfreund.deExtra

Der Etat der Verbandsgemeindewerke liegt in diesem Jahr bei 7,5 Millionen Euro. Davon entfallen auf das Wasserwerk 2,4 Millionen und auf das Abwasserwerk 5,1 Millionen Euro. Investiert wird vor allem in die Erschließung von Neubaugebieten sowie in Kanalsanierungen (Wasserwerk: 1,5 Millionen Euro; Abwasserwerk: 4 Millionen Euro). itz

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