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Evangelische Kirche Saarburg feiert 125 + 1

Kirche : Evangelische Kirche Saarburg feiert 125 + 1

Die Gemeinde holt ihr Jubiläum an Christi Himmelfahrt nach – aus triftigem Grund.

Stadtbildprägend thront die Evangelische Kirche Saarburg auf dem Schlossberg gleich neben der Burg auf dem Felsen. Dabei war der Standort keine Selbstverständlichkeit. Denn den Antrag, das Gotteshaus an dieser Stelle zu errichten, lehnte die Stadtverwaltung damals zunächst ab. Ihre Begründung laut der Chronik von Heinz Schröter: Der Kirchenbau würde die Sicherheit des darunterliegenden Tunnels gefährden. Doch in einem Gutachten des königlichen Bergamts wurden diese Bedenken zurückgewiesen. Zu Recht, wie sich bis heute zeigt.

Am 11. Juli 1893 wurde die evangelische Kirche, die von Regierungsbaumeisters Natorp im Stil des Historismus geplant wurde, in der katholisch geprägten Region mit einem Festgottesdienst eingeweiht. Sie war also im vergangenen Jahr 125 Jahre alt. Das sollte gefeiert werden, das Fest war auch schon geplant.

Doch der Brand des Saarburger Verwaltungsgebäudes im August kam dazwischen. Die Zufahrt zur Kirche auf dem Schlossberg musste gesperrt werden, so dass das Fest auf dieses Jahr verschoben wurde. Nun wird 125 + 1 gefeiert (siehe Info).

Die Kirchengemeinde, deren Muttergemeinde Merzig war, ist schon ein paar Jahrzehnte älter als das Gotteshaus. Wie alt genau, ist schwer zu sagen. Sicher ist laut Chronik, dass sich bereits 1847 Christen in Saarburg zusammengefunden und eine Gemeindevertretung gewählt haben. Damals lebten um die 200 evangelische Christen in den Kreisen Merzig und Saarburg. Die ersten evangelischen Einwohner waren überwiegend preußische Verwaltungsbeamte.

1895 trennte sich die evangelischen Christen in Saarburg von der Muttergemeinde Merzig.  Eine selbständige Kirchengemeinde wurde gegründet. In der Nazi-Zeit kam es zu Spannungen in der Gemeinde. Pfarrer Degen war dem Pfarrernotbund beigetreten, der sich gegen die Einführung des Arierparagraphen in der Kirche einsetze, und stand der Oppositionsbewegung Bekennende Kirche nahe. Das Presbyterium stand hingegen loyal zu der von der nationalsozialistischen Ideologie beherrschten Deutschen Kirche. Es kam zum Bruch. Der Pfarrer verließ Saarburg, ein neuer kam.

Im Dezember 1944 wurde die Kirche durch Luftangriffe schwer beschädigt. Innerhalb weniger Jahre verdoppelte sich die Zahl der Gemeindemitglieder durch Flüchtlinge auf 600. Nachdem die Kriegsschäden beseitigt waren, wurde die Kirche 1949 wieder eingeweiht.

 1983 wurde sie innen umfassend renoviert. Damals wurden auch die aktuellen Glasfenster eingesetzt. Sie hat der vielfach ausgezeichnete  Trierer Maler und Grafiker Werner Persy (1924 bis 2017) entworfen. Die Fenster haben unter anderem die christlichen Hauptfeste Weihnachten, Ostern und Pfingsten zum Motiv.

Aktuell umfasst die Gemeinde von Pfarrer Peter Winter in Saarburg rund 1800 Mitglieder, die sich auf 23 Orte verteilen.

Die Kirche ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Kontakt: Evangelische Kirchengemeinde Saarburg, Gemeindebüro, Schlossberg 11 in Saarburg, Telefon 06581/2397