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Ex-Kaserne wird zur brennenden Klinik

Ex-Kaserne wird zur brennenden Klinik

Das Gebäude 10 in der früheren Hochwaldkaserne hat sich am Samstag kurzzeitig in ein "Krankenhaus" verwandelt. Hier übten die Wehren der Verbandsgemeinde Hermeskeil mit 141 Einsatzkräften den Ernstfall. Feuer lodern aus den Fenstern. Patienten müssen gerettet werden, bevor sie herunterspringen. Bei der Menschenrettung wurde auch das neue digitale Funksystem getestet.

Hermeskeil. Die Situation ist dramatisch: In zwei Etagen des Hermeskeiler Krankenhauses ist nach Schweißarbeiten Feuer ausgebrochen. Patienten stehen schreiend an Fenstern. Viele von ihnen können jedoch nicht gehen, und müssen von Rettungskräften in dem völlig verqualmten Gebäude gesucht werden. Dieses Szenario ist am Gebäude 10 in der Hochwaldkaserne geübt worden.
Unangekündigter Alarm

Ex-Kaserne wird zur brennenden Klinik
Foto: Herbert Thormeyer (doth), Herbert Thormeyer ("TV-Upload Thormeyer"


Aus der gesamten Verbandsgemeinde rücken deshalb am Samstag 141 Einsatzkräften aus 16 Wehren an. Die Übung war vorher nicht angekündigt worden. "Schwerpunkt ist die Evakuierung der Menschen", erklärt Rainer Andres, der Pressesprecher der Führungsgruppe. Mit vielen Leitern und dem großen Leiterwagen erreichen die Retter die Fenster, aus denen bereits dichter Rauch dringt. Sie werden von den Hilfesuchenden schon sehnlichst erwartet. Im Gebäude geht nichts ohne schweren Atemschutz. Mit einer Haube über dem Kopf, die an das System der Retter angeschlossen ist, können auch die Geretteten noch im Gebäude frische Luft statt giftigem Rauchgas atmen.
Mit neuer digitaler Funktechnik halten derweil Caroline Becker und ihr Team Kontakt zu allen Einheiten, und testen so das Fernmeldekonzept des Landkreises Trier-Saarburg. "Das ist abhörsicher, und Polizei, Katastrophenschutz, Rotes Kreuz und das THW können so gezielt und parallel über die Lage auf dem Laufenden gehalten werden", erklärt Andres. Die Ausrückzeit von acht Minuten sei besonders wichtig, weil dann ein Feuer eventuell noch bei seiner Entstehung bekämpft werden kann.
Eine lange Reihe von Feuerwehrfahrzeugen steht bereit, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. "Was gebraucht wird, entscheidet sich ja erst am Einsatzort", weiß Andres.
"Wir wollen hier herausfinden, was wir noch verbessern können", erklärt Wehrleiter Christoph Borresch den Sinn der Übung.
Dass gegenüber dem Übungsgebäude in einem Haus in Zukunft Asylbewerber untergebraucht werden sollen, sieht er als Synergieeffekt. Alarm- und Einsatzpläne liegen vor. Einsatzleiter Daniel Bredel hat auch schon eine Idee, wie Menschen, die nicht der deutschen Sprache mächtig sind, im Ernstfall geholfen werden kann: "Es gibt ein Wörterbuch mit den wichtigsten Befehlen in vielen Sprachen. Das werde ich mir besorgen." Im Gebäude selbst habe die Wehr schon häufiger geübt.
Nach einer Stunde Einsatz werden immer noch sieben der 31 angenommenen Opfer vermisst. Aber auch sie werden gefunden und gerettet. Mit zwei Dummys werden Menschen dargestellt, denen nicht mehr geholfen werden konnte.
"Wichtig ist, die Zusammenarbeit so vieler Retter zu üben", sagt Bürgermeister Michael Hülpes. Ein entsprechender Führungsaufwand müsse deshalb betrieben werden.
Der Führungsstab will diese Woche die Erkenntnisse aus dem Übungseinsatz genau analysieren.