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Rettungswesen: Explosion in der Granastraße

Rettungswesen : Explosion in der Granastraße

Die Mitglieder der Feuerwehr Konz lassen es  beim Tag der offenen Tür krachen. Und freuen sich über Nachwuchs.

Granastraße, vor der Halle der Freiwillige Feuerwehr (FFW) Konz: Eine gewaltige Stichflamme schießt aus einer brennenden Fritteuse, als der junge Feuerwehrmann Michael Kohley im feuerfesten Vollschutzanzug Wasser auf das heiße Öl schüttet. Die Aussage der Demonstration: Liebe Leute, versucht niemals einen brennenden Frittentopf auf dem Herd mit Wasser zu löschen – es würde schrecklich enden. Eine nasse Decke, einfach über den Topf geworfen, wirkt dagegen Wunder. Auch wird mit lautem Knall gezeigt, dass normale Spraydosen bei Überhitzung zu Granaten werden können.

Die dichte Zuschauermenge an der Konzer Granastraße muss bei diesen Vorführungen natürlich Abstand halten, doch es gibt auch Gelegenheit zu eigenen Löschaktionen. Dazu lädt Christian Friedländer an einer regulierbaren Gasbrandstelle ein. Friedländer ist Mitglied der FFW Konz und im Hauptberuf prüfungsberechtiger Experte für Handfeuerlöscher. Besser Pulverlöscher oder Schaumlöscher, wo sind die Vor- und Nachteile? Wie bedient man so ein rotes Ding und funktioniert es? Friedländer hat auf alles eine Antwort, während ein paar Meter weiter die moderne Konzer Drehleiter mutige Besucher – und die stehen Schlange – in schwindelnde Höhe liftet.

Derweil darf Henri Hertz (8) im Schulungsraum einmal das Gefühl kennenlernen, wenn man von der Feuerwehr mit der so genannten Rettungshaube aus verqualmten Räumen geführt wird und dabei die Luft über den Pressluftatmer von Feuerwehrman Alexander Jacobs zugeführt wird.

Anders als in den vergangenen Jahren präsentieren sich die 25 Mädchen und Jungs von der Jugendfeuerwehr. Sie wirken diesmal zusammen mit den Großen bei einer Verkehrsunfallszene mit, bei der ein Kleinwagen mit eingeklemmtem Fahrer auf der Seite liegt. Davor ein weitere Insasse, der aus dem Wagen flog und bewusstlos auf dem Asphalt liegt. Angenommene Lage: Die Jugendlichen haben die Unfallstelle zufällig entdeckt, alarmieren die Feuerwehr beginnen mit der Versorgung des außen liegenden Verletzten. Jeder Schritt des weiteren Ablaufs wird demonstriert und erklärt: Vom Start des Rüstwagens in der Wache, Einsatz des Bergungsgeräts (Hydraulikschere und Spreizer) Sicherung des Eingeklemmten, Bergung und Übergabe an die Helfer vom Roten Kreuz. „So eine Bergung geht nicht in fünf Minuten, hier muss vorsichtig und mit Bedacht gearbeitet werden“, erfahren die Zuschauer.

Keine Rettungsschere, aber Urkunden bringt Bürgermeister Joachim Weber bei zwei Beförderungen und einer Verabschiedung zum Einsatz. Zuvor hat Ralf Maxheim zum letzten Mal als Brandmeister und kommissarischer Wehrführer Hunderte von Gästen begrüßt. Kurze Zeit später verlässt er als Hauptbrandmeister und offizieller Wehrführer die Szene. Ebenfalls zum Hauptbrandmeister befördert wird sein Stellvertreter David Gerlinger. Offiziell verabschiedet wird der ehemalige Wehrführer Jürgen Lauer (2009 bis 2017), in dessen Amtszeit eine wesentliche Modernisierung des Fahrzeugparks fiel. Die Grüße des Kreisfeuerwehrverbandes überbringt Matthias Liesch.

Mit einer Überraschung wartet Hedwig Clemens von der Katholischen Frauengemeinschaft St. Nikolaus auf. Sie überreicht der Jugendfeuerwehr einen Spendenscheck in Höhe von 1000 Euro.

Fazit des neuen Wehrführers Maxheim am Abend: „Das Interesse der Konzer war wie immer groß. Auffallend die vielen Familien mit Kindern, wobei unsere aktiven Vorführungen zum Mitmachen gut ankamen. Wir haben sogar mehrere Anfragen wegen eines aktiven Beitritts.“

 Übungsszenario: Kurz nach dem Unfall schlagen die Jugendlichen Alarm und beginnen mit ersten Hilfsmaßnahmen.   pp
Übungsszenario: Kurz nach dem Unfall schlagen die Jugendlichen Alarm und beginnen mit ersten Hilfsmaßnahmen. pp Foto: Frieshelm Knopp/Friedhelm Knopp

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