Fahrlässige Tötung: Autofahrer muss vor Amtsgericht Bitburg

Fahrlässige Tötung: Autofahrer muss vor Amtsgericht Bitburg

Ein unbedachter Moment, der ein Leben ausgelöscht hat: Heute verhandelt das Amtsgericht Bitburg in einem Prozess gegen einen Autofahrer, der am 1. Juni 2009 auf der B50 bei Körperich nach einem Wendemanöver mit einem Motorrad kollidiert ist. Die Beifahrerin des Motorradfahrers wurde tödlich verletzt.

Der Vorwurf wiegt schwer. Wegen fahrlässiger Tötung muss sich am heutigen Dienstag ein Mann vor dem Amtsgericht Bitburg verantworten. Ihm wird vorgeworfen, am 1. Juni 2009 auf der B50 bei Körperich einen tödlichen Unfall mitverursacht zu haben. Der damals 40-jährige Mann war mit seinem Wagen auf der Bundesstraße unterwegs und wollte in einer Stichstraße wenden. Er bog nach links von der Fahrbahn ab, doch er übersah anscheinende einen Motorradfahrer, der gerade zum Überholen angesetzt hatte. Die Fahrzeuge prallten aufeinander.
Frau starb an der Unfallstelle


Die Beifahrerin des Motorradfahrers, seine 42-jährige Ehefrau, starb noch an der Unfallstelle. Auch die Beifahrerin des Autofahrers wurde verletzt. Der Motorradfahrer musste wegen schwerer Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Autofahrer vor, sich nicht vorschriftsmäßig umgesehen zu haben, bevor er abgebogen ist.

Auch gegen den Motorradfahrer wurde ermittelt. Ihm wurde ebenfalls eine Mitschuld vorgeworfen, da er laut Staatsanwaltschaft die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern überschritten hatte. Die Anklage geht davon aus, dass der damals 43-Jährige zwischen 120 und 150 Stundenkilometer gefahren ist. Doch das Verfahren gegen den Motorradfahrer wurde in der Zwischenzeit eingestellt.

"Da gibt es einen Paragrafen in der Strafprozessordnung, der vorsieht, dass die Staatsanwaltschaft von der Verfolgung einer Tat absehen kann, wenn die Folgen der Tat den Täter selbst, oder wie in diesem Fall, einen nahen Angehörigen treffen", erklärt Helmut Mencher, Direktor des Amtsgerichts Bitburg.