Fahrradfahrer wollen mehr Stellplätze

Fahrradfahrer wollen mehr Stellplätze

Der Radtourismus ist für die Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Allerdings wird es für Radfahrer schwierig, wenn sie die Fahrradwege entlang der Flüsse verlassen wollen oder in der Saarburger Innenstadt eine Pause einlegen möchten.

Saarburg. Christiane Beyer schimpft. Gerade ist sie über die Saarbrücke in Saarburg geradelt. Ein Betonmischer hat sie mit geringem Abstand überholt.
"So etwas passiert leider sehr oft", berichtet sie über ihre manchmal unverschuldet gefährlichen Radfahrerlebnisse abseits der Radwege an der Saar. Auch der Innenstadttunnel mit dem Abzweig in den Staden sei für sie immer wieder ein kleines Abenteuer.
"Den Autofahrern ist einfach nicht klar, dass hier eine von nur zwei Möglichkeiten ist, auf dem Sattel von der Innenstadt zum Saarradweg auf der linken Uferseite zu kommen." Und der Laurentiusberg sei keine wirkliche Alternative, weil er viel zu steil und im Sommer viel zu voll mit schlendernden Touristen ist.
Stefanie Koch, Geschäftsführerin der Saar-Obermosel-Touristik, erzählt, dass der Radtourismus für die Region ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor sei. "Wir bauen ständig unsere Angebote für Radler aus." Genaue Zahlen über Radfahrtouristen habe sie leider nicht, da sie von den Tourismuspartnern nicht gesondert gemeldet würden.
"Ein Manko aus meiner Sicht ist, dass wir gerade während der Sommersaison im Saarburger Innenstadtbereich zu wenige Stellplätze für Fahr- und Motorräder haben", sagt Koch. Gerade Radtouristen mit ihrem Gepäck lassen ihr Rad nicht unbeaufsichtigt irgendwo stehen. "Sie wollen das Rad immer im Blick haben."
Für Stadtbürgermeister Jürgen Dixius ist klar, dass sich die Infrastruktur für Radler insgesamt verbessern muss: "Aktuell diskutieren wir im Stadtentwicklungsausschuss, wo wir kurzfristig weitere Radstellplätze ausweisen können." Zwar gebe es auch im Innenstadtbereich einige Stellplätze, die seien aber gerade im Sommer nicht ausreichend.
"Wir überlegen aber auch, wie wir die Situation für Radfahrer im Innenstadtbereich insgesamt verbessern können." Gerade im Zuge der Neugestaltung des Fruchtmarktes will Dixius dieses Problem noch mal zur Diskussion stellen.
Für die leidenschaftliche Radfahrerin und angehende Gästeführerin Beyer gibt es noch etliche weitere Punkte im Bereich der Saarburger Innenstadt, an denen etwas für die Radler verbessert werden muss. "Im Staden an der Uferpromenade sind die Radständer so gestaltet, dass man nur sein Vorderrad einstellen kann." Das mache aber niemand, der ein hochwertiges Rad fahre. "Und für die Sicherheit in der Graf-Siegfried-Straße wäre es gut, wenn sie für den Autoverkehr von einer Seite aus gesperrt und auf dem so gewonnen enPlatz ein Radweg eingezeichnet würde."Meinung

Eine schnelle Lösung muss her
In einer Stadt, die im Sommer so reich bevölkert ist von Touristen, muss die Infrastruktur stimmen. Für Autofahrer und Fußgänger und eben auch für Radfahrer. Gerade weil Saarburg eine Touristenstadt ist und weil viele dieser Gäste mit dem Rad unterwegs sind. Dass die Stadt dort ebenfalls Nachholbedarf sieht und das Thema bereits in den Gremien diskutiert, ist positiv zu sehen. Noch positiver wäre es, wenn möglichst schnell den Worten Taten folgen. Schließlich hat die Tourismussaison begonnen. Man muss außerdem kein Experte sein, um zu wissen, dass Gäste nur dann wiederkommen, wenn sie mit dem Angebot zufrieden waren. Das gilt auch für Radfahrer. j.kalck@volksfreund.de