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Falschparker gefährden Einsätze - Feuerwehr weist auf Engstellen in Trier und Konz hin

Kostenpflichtiger Inhalt: Einsatz in Gefahr : Wenn es zu eng für die Feuerwehr ist, stehen Leben auf dem Spiel 

Falschparker können Einsätze gefährden. Da­rauf haben die Konzer Brandschützer hingewiesen. Der TV hat nachgefragt, wo es in Konz, Saarburg, Hermeskeil und Trier Engstellen gibt.

Es ist zum Glück nur eine Testfahrt. In der Konzer Weinbergstraße kommt das Einsatzfahrzeug am 11. Januar kaum noch durch. Weil auf beiden Seiten der Straße teils widerrechtlich Autos parken, bleiben nur wenige Zentimeter Platz. Daniel Petry, zuständig für die Pressearbeit bei der Feuerwehr in Konz, fotografiert die Situation. Später veröffentlicht er das Bild auf der Facebook-Seite der Konzer Feuerwehr.  Die Ausbildungsfahrten mit den Einsatzfahrzeugen würden insbesondere in den Seitenstraßen zu einer echten Herausforderung, schreibt Petry.  „Wir hatten hier das große Glück, dass wir ohne Zeitdruck durch einen Einsatz und bei verhältnismäßig günstigen Wetterbedingungen (tagsüber, trocken) diese Engstellen passieren konnten. Im Einsatzfall, nachts und bei Regen, gehen hier wertvolle, teils lebensrettende Sekunden verloren.“   Im Anschluss appelliert Petry an die Vernunft der Anwohner und Besucher, in diesen engen Straßen beim Parken mehr Rücksicht zu nehmen und so für freie Fahrt zu sorgen.

Der Beitrag verbreitet sich sehr schnell über Facebook. Die Kommentatoren machen ihrem Unmut über das Parkverhalten Luft und weisen auf die damit verbundenen Gefahren hin. Damit hat die Konzer Feuerwehr ihr Ziel erreicht, das Petry so beschreibt: „Weil uns die Situation in den Straßen von Konz bekannt ist, fahren wir genau durch solche Engstellen. Mit unserem Bericht auf Facebook wollten wir einfach mal allgemein auf dieses Problem aufmerksam machen und die Falschparker sensibilisieren.“


Gefahren Das Thema ist wichtig. Denn zugeparkte Wege können im Ernstfall tödlich sein – nicht nur in Konz. Ernst Mettlach, der als Pressesprecher der Stadt Trier für die Berufsfeuerwehr spricht,  sieht einige Engstellen in Trier (siehe Hintergrund). Er erläutert die Problematik auf TV-Anfrage:  „Sowohl bei der Brandbekämpfung als auch bei vielen technischen Hilfeleistungen oder Rettungsdienst­einsätzen ist Zeit ein entscheidender Faktor. Meist kommt es auf jede Minute an.“ Das heißt, je schneller die Einsatzkräfte am Ort des Geschehens einträfen, desto eher könnten sie helfen. „Werden sie durch rücksichtslos parkende Verkehrsteilnehmer an der schnellstmöglichen Anfahrt gehindert, brauchen sie länger, bis sie am Einsatzort sind“, sagt Mettlach. „Im schlimmsten Fall werden so Menschenleben gefährdet, oder es entstehen größere Schäden.“


Situation in der Region
Michael Naunheim, Pressesprecher der Konzer Verwaltung, verweist darauf, dass das Halten oder Parken an engen Straßenstellen laut Straßenverkehrsordnung verboten ist (siehe Info). Wenn eine Behinderung zu befürchten sei, werde das Ordnungsamt tätig, sagt Naunheim. Die Verwaltung halte ständigen Kontakt mit den Feuerwehren sowie dem Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) und weise Parkverbote für potenzielle Engstellen aus. Im Konzer Zentrum zählt die Verwaltung die Martin- oder Konstantinstraße auf. Dort könnten falsch geparkte Fahrzeuge schnell den Weg versperren. Diese Stellen kontrolliere das Ordnungsamt täglich. Feuerwehr-Pressesprecher Petry sieht noch Engstellen in der Weinbergstraße sowie im Bereich rings um die Olk- und die Schulstraße.

In der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg-Kell gibt es laut Nathalie Hartl, VG-Pressesprecherin, vor allem in historischen Ortskernen – beispielsweise in Freudenburg, in Saarburg (Kunohof, Pferdemarkt, Am Markt und teilweise Staden) oder in Ockfen enge Straßen. Dort hätten größere Einsatzfahrzeuge Schwierigkeiten beim Durchkommen, sagt Hartl. „Damit die Einsatzkräfte hier im Falle eines Notrufs rasch vor Ort sind, werden bei der Alarmierung auch gezielt kleinere Fahrzeuge losgeschickt, die durch die schmalen historischen Straßen fahren können.“ Insgesamt gibt es laut den Feuerwehren in mehreren Ortsgemeinden der VG Saarburg-Kell Gebiete mit eher schmalen Straßen. Hartl: „Je nach Parksituation kann das Durchkommen erschwert sein.“ Vor allem bei größeren Veranstaltungen sowie vor Schulen und Kitas, wenn Eltern ihre Kinder bringen oder abholen, könne es durch erhöhtes Parkaufkommen und Falschparker zu Behinderungen für die Einsatzkräfte kommen. Der Wehrleitung sei jedoch kein Fall bekannt, in dem ein Fahrzeug abgeschleppt worden sei.

Anders als rings um Konz und Saarburg gibt es rund um Hermeskeil genug Platz für Einsatzfahrzeuge. Büroleiter Werner Haubrich sagt auf TV-Anfrage, dass es in der VG Hermeskeil keine öffentlichen Straßen gebe, die für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr zu eng seien. „Bisher war es nicht erforderlich, Fahrzeuge im Rahmen eines Feuerwehreinsatzes abzuschleppen“, sagt er.

Konsequenzen Stehen Fahrzeuge im Weg, machen die Einsatzkräfte kur­zen Prozess: „Während eines Einsatzes werden falsch parkende Fahrzeuge nicht abgeschleppt, weil das zu viel Zeit kosten würde“, sagt Ernst Mettlach. „Falls nötig und möglich, werden störende Autos mit Muskelkraft zur Seite befördert, dabei sind kleinere Schäden nicht ausgeschlossen.“ Eine Statistik führe die Stadt Trier nicht über solche Vorfälle. Der Konzer Pressesprecher Michael Naunheim pflichtet dem Trierer Kollegen bei: „Ein Auto ist schnell zur Seite geschubst – auf Lack und Spiegel wird im Zweifel keine Rücksicht genommen.“ Das Menschenwohl habe Vorrang.

In Konz ist laut Naunheim bisher noch kein Einsatz durch Falschparker gefährdet worden. Bei dem über Facebook verbreiteten Vorfall sei das Ordnungsamt nicht tätig geworden, weil es sich „nur“ um eine Ausbildungsfahrt gehandelt habe. Naunheim: „Doppeltes Glück für den Fahrzeughalter!“ Denn das Fahrzeug sei weder beschädigt noch kostenpflichtig abgeschleppt worden. Zudem habe niemand ein Bußgeld zahlen müssen (siehe Info).