Familien wollen hoch hinaus

SAARBURG. Wochenende und schönes Wetter – die Voraussetzungen für das Seilbahnfest hätten nicht besser sein können. Trotzdem konnte das zweite Seilbahnfest nicht an den Erfolg des Vorgängers im vergangenen Jahr anknüpfen. Für diejenigen, die trotz Kirchturmfests und Fußball-WM den Weg zur Bergstation der Saarburger Traditions-Seilbahn fanden, bot sich ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie.

"Alles gut", sagt ein freundlicher Holländer auf die Frage, wie ihm das Seilbahnfest gefällt. Zusammen mit seiner Familie hat es sich Leo Otterspeer aus Rotterdam im Schatten gemütlich gemacht. "Wir sind erst am Freitag angekommen", sagt er. "Es ist sehr gemütlich hier und dazu noch schönes Wetter!" Wie ihm geht es den meisten Besuchern. Buntes Programm auf dem Warsberg

Von 10 bis 18 Uhr konnten Saarburger und Touristen zu ermäßigten Preisen mit der Seilbahn auf den Warsberg gelangen. Oben angekommen, wartete ein buntes Programm auf die Besucher: Eine sechs Meter hohe Kletterwand des Technischen Hilfswerks (THW) forderte Kletterakrobaten heraus, und zwischen zahlreichen Grill- und Getränkestationen konnten sich die Kinder auf Hüpfburgen und Karussells, beim Reiten oder Schminken austoben. "Ich bin schon ein paar Mal geritten, aber es hat auch dieses Mal wieder Spaß gemacht", sagt der sechsjährige Philipp, der gerade vom Pferd klettert. Die Stimmung auf dem Fest gefällt nicht nur ihm: "Schönes Wetter, nette Leute - was will man mehr", sagt Ramona Trossen, die sich zusammen mit ihren Kolleginnen Rebekka Ritter und Cindy Jochem um das Reitangebot für Kinder kümmert. Für den Betriebsleiter der Seilbahn, Alois Marx, läuft die zweite Auflage des Seilbahnfests ganz gut: "Wichtig ist vor allem, dass das Wetter hält", sagt er, "und wenn das der Fall ist, rechnen wir mit etwa 1000 Besuchern bis zum Abend." Dabei waren es vergangenes Jahr noch 2500. Marx führt das geringere Interesse auf parallel laufende Veranstaltungen zurück: Das Saarburger Kirchturmfest und die Fußball-WM. "Ziel soll sein, die Aufmerksamkeit der Bürger auf die Seilbahn zu lenken", sagt Marx, "viele denken, das sei nur etwas für Touristen. Doch das stimmt gar nicht". Dabei hatte die Seilbahn in den vergangenen Jahren turbulente Zeiten (der TV berichtete). Nachdem der vorangegangene Betreiber, "Landal Green Parks", den Betrieb aus Kostengründen einstellen wollte, sprang die Stadt ein und pachtete die Anlage im vergangenen Jahr. Nun, ein Jahr und viele tausend Fahrgäste später, feiert die Seilbahn ihren 30. Geburtstag. "Das Fest ist für Familien ausgelegt", sagt Marx. Dabei legten die Betreiber viel Wert darauf, die Kosten möglichst niedrig zu halten. Jeder Euro Gewinn kommt der Seilbahn zugute - und diese benötigt bald eine neue Steuerungsanlage für rund 200 000 Euro. Trotzdem soll es nicht beim jährlichen Turnus eines Fests bleiben: "Wenn wir das jetzt jedes Jahr machen, wird es doch irgendwann langweilig", erklärt Marx, "vielleicht machen wir das in Zukunft nur noch alle zwei oder drei Jahre. Aber wir werden uns ganz sicher etwas Neues einfallen lassen!" Die Besucher kümmerte das wenig: Der große Schwenkgrill kam aus dem Schwenken ebenso wenig heraus wie die Kinder aus Karussell und Hüpfburg. Bei Livemusik und kühlen Getränken wurde die sommerliche Hitze schnell zur Nebensache.