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Familiendrama: Vermutungen bestätigt

Familiendrama: Vermutungen bestätigt

Die Vermutungen im Fall der Tragödie um eine Orscholzer Familie wurden nach der Obduktion der Leichen bestätigt: Der 36-jährige Mann hat seine Ehefrau und die Tochter erstochen. Nach der Tat hat sich der der Mann vom Baumwipfelpfad in Orscholz in den Tod gestürzt.

Mettlach. Nach dem Familiendrama mit drei Toten in Mettlach-Orscholz (TV vom 27. Januar) sind am Freitag die Leichen obduziert worden. Die Rechtsmediziner bestätigten die ersten Vermutungen der Polizei vom Donnerstag.
Demnach sind die 40-jährige Ehefrau und die dreijährige Tochter vom 36 Jahre alten Familienvater erstochen worden - mit einem Küchenmesser. Die Tatwaffe war nach Mitteilung der Polizei in der Wohnung sichergestellt worden. Als Tatzeit nannte die Polizei den späten Mittwochnachmittag oder frühen Abend. Kurz zuvor seien beide Opfer noch gesehen worden.
Nach der Tat sei der 36-Jährige mit seinem Audi in Richtung Baumwipfelpfad gefahren, über einen Absperrzaun geklettert und von der mehr als 40 Meter hohen Aussichtsplattform in die Tiefe gesprungen. Die Ermittler gehen von Selbstmord aus. Der Mann war nach Polizeiangaben psychisch krank. Dem Vernehmen nach soll er nach einem stationären Aufenthalt in der SHG-Klinik in Merzig zuletzt in ambulanter Behandlung gewesen sein. Nach Angaben der Polizei habe nichts auf eine akute Suizid-Gefahr hingedeutet. Bislang haben die Ermittler keinen Abschiedsbrief oder Ähnliches gefunden, was Hinweise auf das Motiv der Tat liefern könnte.
Spuren gewaltsamen Eindringens


Am Donnerstagmorgen hatten zwei Mitarbeiter des Baumwipfelpfades an der Cloef bei ihrer täglichen Routineprüfung vor der Öffnung für die Besucher im Ausgangsbereich der Anlage Anzeichen entdeckt, die auf ein unbefugtes und gewaltsames Eindringen schließen lassen. Das teilte die Erlebnisakademie, Betreiberin des Pfades, mit. Die Anlage ist in der Regel nachts verschlossen. Am Freitagmorgen trafen sich der Sprecher des Vorstands der Erlebnisakademie (EAK), Bernd Bayerköhler, sowie Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer zu einem Gespräch über die Tragödie.
"Wir sind sehr betroffen über das Geschehene. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Familie", erklärten Bayerköhler und Kiefer im Anschluss.
Um den Mitarbeitern Zeit zum Verarbeiten der Geschehnisse zu geben, sei der Baumwipfelpfad bis einschließlich Montag, 30. Januar, geschlossen, hieß es. "Der Pfad war ordnungsgemäß abgesichert", sagte ein Unternehmens-Sprecher auf SZ-Anfrage. Bevor weitere Schritte eingeleitet würden, will die Erlebnisakademie nach Bekunden ihres Sprechers zunächst die Ermittlungsergebnisse der Polizei abwarten.
Nach Informationen unserer Zeitung war die 40 Jahre alte Ehefrau als Lehrerin in einer Schule in Konz tätig. mst/cbe