Fangzaun weiter in der Kritik

Die von Heinz Temmes vorgeschlagenen Alternativen zu dem Fangzaun, der in der Saarschleife Menschen vor Steinschlag schützen soll (der TV berichtete), bewerten Hans Georg Stritter und Klaus Borger positiv.

Mettlach. (red) Die Alternativen zu dem Fangzaun entlang der Saarschleife, die der Sicherheitsexperte der Deutschen Bahn AG, Heinz Temmes, vorgeschlagen hat (der TV berichtete), imponieren dem saarländischen SPD-Landtagsabgeordneten Hans Georg Stritter. Der Diplom-Ingenieur hatte unter anderem einen Graben vorgeschlagen, die Erhöhung des Weges oder Einzelsicherungen im Hang durch Seil oder Netz. "Inhaltlich sind die Vorschläge von Temmes plausibel", lobt er. Das Plädoyer des Experten für eine Sicherung durch Warnhinweise spreche für eine problemorientierte Lösung. Daher will Stritter, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, den Fachmann für Tunnel-, Erd- und Felsbau auch als Sachverständigen für die Sitzung des Wirtschaftsausschusses im Landtag gewinnen. Die Landesregierung müsse die Frage beantworten, ob sie eine Investition von 1,5 Million Euro für gerechtfertigt halte. Auch der Mettlacher Gemeinderat müsse sich mit den vorgeschlagenen Alternativen beschäftigen, fordert der SPD-Politiker. Kritik an der Entscheidung

Er nennt es unverantwortlich, dass die verantwortlichen Befürworter in der Sondersitzung am 20. Dezember ein sogenanntes Gutachten vorgestellt hätten, das den Entscheidungsgremien keinerlei alternative Entscheidungsmöglichkeiten unterbreitet hat. In dieser Sitzung hatte der Mettlacher Rat mit einer Stimme Mehrheit eine Drahtkonstruktion abgesegnet. Nach Ansicht von Stritter ist die Frage nach der Notwendigkeit von drei Meter hohen Zäunen auf einer Länge von 1,7 Kilometern nicht ausreichend erörtert worden. Was Gefahren betreffe, müsse eher die Landstraße zwischen Tünsdorf und Orscholz geschlossen werden als der Weg an der Saar. Auch der Landesverband Bündnis90/Die Grünen ist von Temmes' Vorschlägen begeistert. "Die fachkundige Abschätzung des tatsächlichen Gefährdungspotenzials und die wesentlich naturnäheren Sicherungsmaßnahmen sind einleuchtend und sollten umgehend geprüft werden", fordert der umweltpolitische Sprecher Klaus Borger.Die technischen Maßnahmen sollten an geeigneten Stellen durch natürlichen Steinschlagschutz ergänzt werden, etwa durch Baumpflanzungen und Geröllbremsen mit quer liegenden Bäumen.