Fantastischer Abend zwischen Gut und Böse

Hermeskeil · Etwa 900 Besucher haben im Rahmen des Hermeskeiler Kulturherbstes die Uraufführung von "Fate - das Bündnis der Mächte" erlebt. Damit sprengte das Musical junger Leute aus der Region sämtliche Erwartungen.

Hermeskeil. Eine schauderhaft düstere Unterwelt, ein verlockend lichtdurchflutetes Paradies und dazwischen das Schicksal, das seine Arbeit manchmal besser machen könnte. Inmitten dieses Spannungsfeldes von Gut und Böse leben sich die Protagonisten von "Fate - das Bündnis der Mächte" aus.
Die Dämonen Matras und Artarax (Namen siehe Extra) schreien ihre Wut und ihren Hass heraus. Und das derart glaubwürdig, dass es trotz der vielen Menschen für Augenblicke still wird in der riesigen Hochwaldhalle. Den Gegenpol verkörpern nicht minder überzeugende Engel mit ihrer schwesterlichen Harmonie, die selbst Dämonen trotzt. Denn zwischen beiden Fraktionen keimt die unmögliche Liebe von Dämonensohn Repus und Hope, dem jüngsten Engel. Das Happy End bleibt nicht aus für die etwa 900 Besucher im Saal. Und das trotz düsterster Perspektiven, die sparsam gestreute humorvolle Einlagen allerdings bereits erahnen ließen.
Die fantastische Geschichte kommt an beim sich spontan von den Plätzen erhebenden Publikum, das die Leistung der Darsteller mit Jubelrufen und frenetischem Applaus quittiert. "Ich finde es wunderbar", sagt Josef Juchems (64) aus Farschweiler. Er habe schon einige Musicals gesehen und "Fate" könne da absolut mithalten: "Die Musik stimmt, die Stimmen der Sänger sind fantastisch, ebenso wie die Band und die Tänzer. Da passt einfach alles zusammen." Voll des Lobes ist auch Annette Grünen (45) aus Hermeskeil-Abtei: "Das ist super-klasse. Ich hätte nicht gedacht, dass das so gigantisch ist." Ähnlich äußert sich Julia Michels (33) aus Malborn-Thiergarten. Sie habe zwar im Vorfeld schon einiges über Bekannte erfahren, ist jedoch positiv überrascht: "Dass da so etwas bei rauskommt, hätte ich nicht erwartet." Allerdings sei unverkennbar, dass da viel Arbeit und viele Proben dahinter stünden.
Die Eltern des Erstlingswerks, das sich als das Ereignis des diesjähriger Hermeskeiler Kulturherbsts erwiesen hat, sind Komponist Thomas Müller und Autorin Karoline Müller. Nach jahrlangem Aufpäppeln habe ihr Musical-Baby, dessen Welt zu einem Teil ihres Alltags geworden sei, laufen gelernt, sagen sie im "Fate"-Programmheft.
Stadtbürgermeister Mathias Queck lobte die Leistung des jungen Teams. Von Geschichte und Musik bis zu Regie, Kostümen oder Bühnenbild sei alles super: "Die bereits hohen Erwartungen wurden noch übertroffen." Vor allem beeindrucke ihn, der Mut junger Künstler aus der Region "vor einem vollen Haus aufzutreten".
Extra

Die Mitwirkenden: Initiatoren: Karoline Müller (Buch, Liedtexte, Choreografie, Regieassistenz) und Thomas Müller (Musik, Musikalische Leitung, Keyboard). Darsteller: Schicksal Laskisch (Matthias Leo Webel) - auch Regie sowie Lisa Webel, Dunkler Herrscher Matras (Martin Herrmann), sein Sohn Repus (Christoph Trösch), seine Tochter Artarax (Svenja Meyer) - auch Choreografie, die Engel Lyriell (Anne Leidinger), Taaja (Eva Bies) und Hope (Selina Dohr). Band: Marius Wiesen, Yannik Krämer, Marie Dröse, Christoph Reinert. Tanzensemble, Statisten und Chor. Maske: Melanie Schmitz, Sarah Kaub, Janina Weiler-Kaub, Marion Wagner. Mediendesign: Isabell Duroux, Steffi Bier, Carolin Lauer. Kostüme: Sabine Müller. Studioaufnahmen und Schnitt: Mario Düpre. Requisiten: Christoph Fries, Benjamin Nisius. Fotos: Carolin Lauer. urs