Farbiges Blech

NEUHÜTTEN. (doth) "Wir wollen selbst auch einmal ein Konzert genießen und nicht immer selbst spielen müssen." So hat der Vorsitzende des Musikvereins Harmonie Neuhütten, Hans-Josef Malburg, die Präsentation eines Konzertes des Philharmonic-Brass-Ensembles begründet. Der außergewöhnliche Klangkörper besteht aus zwölf Bläsern unter der Leitung von Magnus Willems und arbeitet ohne Dirigent.

Wie das klingt und was man daraus machen kann, dafür interessierten sich im Bürgerhaus so viele Musikfreunde, dass eilig noch Sitzgelegenheiten beschafft werden mussten. Es war eines der wenigen Konzerte, die das "PBE" überhaupt gibt. Der nächste große Auftritt des überwiegend aus Saarländern bestehenden Ensembles kommt erst im November. Gegründet von Kirchenmusiker Fred Schnubel, zeigen die zwölf Blechbläser seit 1994, wie farbig ihre Instrumente klingen können. Und wie machen die das? "Wir lassen die verschiedenen Stimmen durch alle Instrumente durchlaufen", erklärt Magnus Willems. Da kommt es erheblich auf das Arrangement an. Variationen sind gefragt. Allein die Trompeten sind schon in drei Größen vorhanden, und jede klingt völlig anders. Begonnen wurde mit Bach, Purcell, Händel, Heinrich Schütz und natürlich Mozart und Beethoven. Originalliteratur liefert heute Ernst Thilo Kalke, Oboist beim Stuttgarter Rundfunkorchester. Die Zuhörer erlebten die doch recht bekannten Stücke wie "Jesu, meine Freude" von Bach und das berühmte "Hallelujah" von Händel völlig neu. Das neue Klangerlebnis funktioniert natürlich auch mit neueren, zeitgenössischen Werken, ja sogar Pop-Titeln wie "One Moment in Time" von Whitney Houston. Blech gibt es viel mehr her, als man denkt. Bei diesem Konzert spürte das Publikum, darunter viele Laienmusiker, dass dieser Klangkörper viel Schweiß in Proben fließen lässt, doch: "Wir haben auch viel Spaß", stellte Magnus Willems in seiner Moderation fest. Mancher wird das Notenpult in der Mitte des Halbkreises für das des Dirigenten gehalten haben. Daran stellten sich diejenigen, die dem Konzert das Sahnehäubchen aufsetzten, die Solisten: Axel Kläser auf dem Flügelhorn und Axel Schnur auf der Posaune. Flügelhörner im Duett führten Markus Becker und Christian Gehl vor. Dieses Konzert ließ Musikinstrumente neu entdecken. Warme und innigen Klänge wie bei Bach wechselten mit einem "Hallelujah" oder richtig zackig wie einem "Slawischen Tanz" von Antonin Dvorák. Klar, dass da Zugaben fällig waren. Am Schluss schlich der "Pink Panther" von Henry Mancini über die Bühne, eine Katze aus tönendem Blech.