Fast schwereloses Gleiten

KONZ/TRIER. Wasserskiläufer aus Deutschland, Holland und Luxemburg trafen sich zum Paul-Lieser-Cup an der Mosel. Zum siebten Mal fand der Wettkampf unter der Regie der Wasserskiabteilung des Post-Sport-Telekom Trier (PST) im Gedenken an die Trierer Wasserskilegende statt.

Marcel Kosfeld springt mit seinem Mono-Ski ins Moselwasser und greift die Leine, die am Zugboot befestigt ist. Ein knappes "Okay!", der 350 PS starke Motor heult auf und zieht den jungen Sportler in einer spritzenden Gischtwelle aus dem Wasser.Mit Tempo 90 um die Bojen

Mit rund 58 Stundenkilometern jagt das Boot auf die 259 Meter lange und 23 Meter breite, mit Bojen abgesperrte Slalomstrecke zu. Sechs Bojen gilt es in jedem Durchgang zu umkurven. Von Mal zu Mal wird die Geschwindigkeit gesteigert, die Zugleine verkürzt. Durch die Querbeschleunigung erreichen die Läufer Spitzengeschwindigkeiten von 90 Stundenkilometern und erzeugen beim Umfahren der Bojen meterhohe Gischtwellen. Dreimal jagt der Mann vom holländischen Wasserskiclub "De-Beijing" zwischen den Bojen durch und umrundet 15 Bojen im ersten Durchlauf. Kosfeld ist zusammen mit sechs Freunden aus dem Ruhrgebiet zum Wettkampf nach Konz gekommen. Insgesamt haben sich 18 Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Wasserski-Resort des PST neben der Schiffsgaststätte "Uranus" eingefunden, um im sportlichen Wettkampf den Besten zu ermitteln. Zum siebten Mal trägt die Wasserskiabteilung des PST den Paul-Lieser-Cup im Andenken an die Trierer Wasserskilegende aus. 1967 gründete Lieser die Wasserskiabteilung, die in den 70er-Jahren zu den führenden deutschen Mannschaften im Wasser gehörte. Zusammen mit Peter Trautmann und anderen Sportlern haben die Trierer Skiläufer zahlreiche Meisterschaften gewonnen und 1984 sogar eine Europameisterschaft in Trier organisiert. Heute betreiben 34 Aktive den Sport auf einem oder zwei Brettern mehr zum Zeitvertreib. Fast jeden Abend treffen sich Sportler auf dem schwimmenden Vereinshaus oberhalb der Staustufe. Weithin sichtbar liegt das knallgelb lackierte Schiff direkt neben der Uranus. Ein Sonnendeck mit Liegestühlen und ein schattiges Vordeck vermitteln mediterranes Flair. "Hier Wasserski für alle!" steht auf einem Plakat, das von der vorbeiführenden Bundesstraße zu sehen ist. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. "Wir freuen uns über jeden, der zu uns stößt", sagt Abteilungsleiter Christian Lieser. Einige Anfänger verwirklichen derzeit unter der Anleitung erfahrener Wasserskiläufer ihren Traum vom fast schwerelosen Gleiten über das Wasser. Nach einigen Trockenübungen und theoretischen Unterweisungen geht\'s zunächst mit zwei Skiern ins Wasser. Fortgeschrittene fahren mit einem Brett. Slalom, Trickski und Wakeboard (ein Wassergerät ähnlich einem Snowboard) werden auch angeboten.Schnupperkurs für 13 Euro

Für 13 Euro kann man einen Schnupperkurs buchen, Ausrüstung inklusive. Die Teilnehmer des Paul-Lieser-Cups sind natürlich alle alte "Wasserski-Hasen". 75 Jahre alt ist der älteste Teilnehmer. Alex Kunze aus Ludwigshafen betreibt das nasse Hobby seit 50 Jahren und hat mit Paul Lieser zusammen viele Wasserskistrecken auf der ganzen Welt kennen gelernt. Fünfmal war der rüstige Renter Europameister, die Deutschen Meisterschaften hat er nach eigenem Bekunden gar nicht mehr alle gezählt. Für einen Sieg beim siebten Paul-Lieser-Cup hat\'s nicht gereicht. Der Siegerpokal geht an Claudius Frühauf aus Wiltingen, der es auf 65 Bojenumrundungen bringt. Daniel Falk vom Wassersportclub Kurpfalz erreicht mit 59 Bojen den zweiten Platz. Dritter wird Abteilungsleiter Christian Lieser mit 46 Bojen. Informationen über die Wasserskiabteilung des PST unter www.pst-trier.de oder Telefon 0172/6859301.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort