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Fast zwei Millionen Euro für die Kinder im Dorf

Fast zwei Millionen Euro für die Kinder im Dorf

Der Irscher Ortsgemeinderat beschließt seinen Doppelhaushalt: Der Ausbau und die Sanierung der Kita ist mit 1,7 Millionen Euro teuerstes Projekt.

Irsch Bei der Sanierung von Straßen, der Erschließung von Bauland und vor allem der Erweiterung und Sanierung der Kindertagesstätte (Kita) geht Irsch in die Vollen. Auf fast 2,5 Millionen Euro summieren sich die Investitionen im laufenden Jahr. Noch mal 1,6 Millionen Euro sind es 2018. Dafür sind zusammengerechnet Kredite von mehr als 2,6 Millionen Euro nötig. Die Verschuldung steigt, wenn alles umgesetzt wird, auf 3,8 Millionen Euro. Dann würde jeder Irscher Bürger mit 2422 Euro in der Kreide stehen.
"Bei 1,7 Millionen allein für die Kita sollte die Ortsgemeinde überlegen, was es für Alternativen gibt, zumal die Grundsteuer B noch nicht erhöht wurde", schlägt der erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Saarburg, Siegfried Büdinger, in Vertretung des Amtschefs Jürgen Dixius vor. "Das ist ja mehr als eine reine Sanierung", erklärt Ortsbürgermeister Jürgen Haag. Platz für eine neue Gruppe muss geschaffen werden. Damit wachse die Zahl der Kinder in der Einrichtung auf mehr als 100. Deshalb ist aber die vorhandene Küche zu klein. Und ein zentraler Essensraum wird nötig. Neben dem Ausbau wird eine Sanierung immer dringender. "Dass die Toiletten noch aus den 70er Jahren sind, riecht man auch", macht Haag drastisch klar. Das Dach sei noch mit Eternit gedeckt. Niemand wisse, wie lange das noch hält.
Und der Ortschef erwartet noch mehr Kinder in Irsch, wenn die ersten Bauherren ihren Traum von den eigenen vier Wänden im neuen Baugebiet In der Tref verwirklichen. Die Ausschreibung läuft, und die ersten Interessenten haben sich laut Haag bereits gemeldet.
Zusätzliche Kosten bringen die Instandsetzungen der Ortsstraßen Alte Mühle und Serriger Weg (662 500 Euro) sowie der Schulstraße im kommenden Jahr (342 000 Euro) mit sich. An diesen Kosten werden die Anlieger über Beiträge beteiligt. "Bei diesem Haushalt kommt bestimmt eine Beanstandung der Kommunalaufsicht", sagt Jürgen Haag. Dennoch wurde der Doppelhaushalt einstimmig verabschiedet.
Zwei Wochen hat der Haushalt im Saarburger Rathaus für jedermann einsehbar ausgelegen. Bürger können dank des neuen Transparenzgesetzes des Landes vor der Verabschiedung eines solchen Zahlenwerkes noch Vorschläge einreichen und Bedenken äußern. Genau ein Bürger hat das getan. Der Vorsitzende des Fördervereins der Schule, Michael Merges, regte die Installation von Sonnenschutzjalousien für fünf Klassen der Grundschule an und will vor allem die Nachmittagsbetreuung verbessern. Sie soll bis 16.30 Uhr angeboten werden und so mit dem Angebot der gegenüberliegenden Kita gleichziehen.
"26 Kinder sind angemeldet. Damit wird es definitiv zwei Betreuungsgruppen geben", sagt Haag. Die Vollbetreuung könnte bis zu 80 Euro im Monat kosten, wenn alle Kinder teilnehmen: "Springen einige Eltern ab, wird es für die anderen teurer." Haag hofft deshalb, dass so bald wie möglich viele Eltern verbindliche Verträge für das Angebot unterschreiben.EINNAHMEN AUS DEM FORST


Extra

Revierförster Stefan Riss kann dem Ortsgemeinderat positive Ergebniszahlen melden: "12 962 Euro waren für 2016 geplant. Das vorläufige Ergebnis sind 26 475 Euro." Das liegt an den 200 Festmetern Mehreinschlag mit Käferholz. Für das laufende Betriebsjahr erwartet der Forstmann aus den 210 Hektar Irscher Wald einen Gewinn von rund 10 000 Euro. Wer noch Brennholz braucht, im Kammerforst liegen laut dem Revierförster noch gut 800 Festmeter. Auskunft gibt Stefan Riss unter der Telefonnummer 06581/2409.