Feierliche Klänge

Das Gotteshaus war voll, als der 225 Jahre alte Chor mit 75 Sängern unter den Klängen der Winzerkapelle mit seinen Vereinsfahnen in die Kirche einzog. Beide Vereine entwickelten ein sehr dynamisches Gotteslob mit dem Halleluja von Georg Friedrich Händel als musikalischem Höhepunkt.

Wiltingen. "Einmal Händels Halleluja zu dirigieren, davon habe ich als Kind schon geträumt", sagt Dirigent Jürgen Kopp mit einem breiten Lächeln. Direkt nach dem Jubiläumskonzert zum 225. Geburtstag des Kirchenchores Cäcilia Wiltingen musste er viele Hände der geschätzten 650 Zuhörer schütteln. Immer wieder war "großartig", "toll" und "sehr exakt" aus der Menschenmenge zu hören.
Monatelanger Feinschliff in der Probenarbeit an den großen Werken waren diesem Erfolg vorausgegangen. Der Chor hatte sich von 35 auf 75 Sänger mehr als verdoppelt. Die Winzerkapelle unter der Leitung von Lothar Breitmeier steuerte den instrumentalen Klang bei, und Organist Reinhold Neisius wechselte mehrfach von seinem mobilen Instrument vor dem Altarraum zur großen Orgel auf der Empore.
Allein schon der Einzug des Chores mit dem Klang von Highland Cathedral der Winzerkapelle, das meist auf Dudelsäcken gespielt wird, wird so manchem Zuhörer die Gänsehaut über den Rücken gejagt haben. Pastor Andreas Neumann dankte dem Chor in seiner Begrüßung für sein Schaffen das ganze Jahr über. Chorvorsitzender Toni Zeimet stellte fest: "Beim Singen kommen elementare Freuden zum Ausdruck." Viele Wiltinger Vorfahren der heutigen Generation hätten in 225 Jahren schon in diesem Chor gesungen.
"Der Kirchenchor ist ein lebendiger Bestandteil der Gemeinde", lobte Bürgermeister Karl-Heinz Frieden. Darauf wolle niemand verzichten.
Gemeinsam mit dem Vorsitzenden, dem Dirigenten und Ortsbürgermeister Lothar Rommelfanger wurde dem Publikum die Zelter-Plakette präsentiert, die von keinem Geringeren als dem Bundespräsidenten als Würdigung verdienstvoller Kulturarbeit im Gesang verliehen wird.
"Der Verein hat schwere Jahre überstanden, aber die Kunst hat sich nicht gebeugt", lobte der Ortschef.
"Song of Adoration" nennt Roland Kernen sein "Lobet den Herrn", eine Komposition, die von der Winzerkapelle richtig flott eingeleitet, vom Chor übernommen und zu der Zuhörer vom Dirigenten zum Mitsingen aufgefordert wurden. Mit stehendem Applaus wurden Zugaben eingefordert. Für das begeisterte Publikum ist mit irischen Segenswünschen und Lobet den Herrn der Welt von Henry Purcell dieser Wunsch in Erfüllung gegangen.