Feldahorn statt Birke: Jüdischer Friedhof erhält neue Pflanzen

Feldahorn statt Birke: Jüdischer Friedhof erhält neue Pflanzen

Fünf Feldahornbäume sind neu auf dem jüdischen Friedhof in Könen angepflanzt worden. Bürger und unmittelbare Nachbarn des Friedhofs haben die Bäume gespendet. Nun haben sich Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde Trier, der Stadt Konz, aus Könen und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) von dem neuen Erscheinungsbild persönlich überzeugt.

Konz-Könen. Es war eine gemeinsame Entscheidung der Jüdischen Kultusgemeinde Trier, kommunalen Vertreter aus Könen und der ADD, den alten Birkenbestand auf dem jüdischen Friedhof zu entfernen und durch neue Bäume zu ersetzen. Grund: Der Pollenflug hatte mehreren Bürgern in der Nachbarschaft gesundheitliche Probleme bereitet. "Wir wollten die Wünsche der betroffenen Bürger natürlich auf keinen Fall ignorieren und direkt eine Lösung finden", sagt der Ehrenvorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Trier, Gerd Voremberg. "Die Gesundheit der Menschen geht vor." Aber er betonte auch die Bedeutung des Ortes: "Dieser Friedhof ist Teil Ihrer Kultur, und in dieser Gemeinde sollte auch die Erinnerung an die jüdische Gemeinde erhalten bleiben." Die Kosten für die Entfernung der Bäume wurden aus dem Hilfsfonds für Instandsetzungs- und Pflegemaßnahmen auf jüdischen Friedhöfen übernommen. Der Könener Ortsvorsteher Detlev Müller-Greis dankte allen Spendern und Helfern für die Unterstützung. "Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, an dieser Aktion teilzunehmen." Das zeige auch, dass in Könen das Verhältnis zwischen den Bürgern und der ehemaligen jüdischen Gemeinde noch intakt sei. Man gehe gut miteinander um und sei füreinander da, so Müller-Greis.
Der ehemalige Religionslehrer Willi Körtels gab einen Überblick über die Geschichte des jüdischen Friedhofs, der wahrscheinlich um 1849 angelegt wurde. Der älteste Grabstein stammt aus dem Jahr 1855. 1938 wurde der Friedhof von Nationalsozialisten verwüstet und anschließend landwirtschaftlich genutzt. Erst 1955 wurde er auf Betreiben der Jüdischen Kultusgemeinde Trier neu errichtet. Nach der Neuanpflanzung der Bäume ist im Ort die Errichtung eines Denkmals für die während der NS-Zeit ermordeten Juden geplant. mwi
Extra

Rudolf Holbach, Franz Kriesamer, Norbert Reinert, Ortsvorsteher Detlev Müller-Greis sowie die Gruppe "Die Dorfbesen". mwi

Mehr von Volksfreund