Fest für eine schöne Frühlingsbotin

Fest für eine schöne Frühlingsbotin

Trotz des noch winterlichen Wetters ist die erste große Freiluftveranstaltung im Hochwald anno 2008 nicht in Gefahr. Das betonen die Veranstalter des dritten rheinland-pfälzischen Narzissenfests. Am Sonntag, 30. März, wird sich am Freizeitzentrum Schillingen alles um die wilde, gelbe, schützenswerte Schönheit drehen.

Schillingen. "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick. Im Tale grünet Hoffnungsglück, der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück." Dass dieses bekannte Zitat Goethes aus Faust I nichts an Aktualität verloren hat und sich am Wochenende erfüllt, darauf setzen der Verein Hochwald-Ferienland, die Ortsgemeinde Schillingen und das Fortsamt Saarburg. Denn sie sind am Sonntag, 30. März, Veranstalter eines Fests, das eine schützenswerte Schönheit der Hochwald-Region zum Mittelpunkt hat - die wilde Narzisse, die kleine Verwandte der in vielen Gärten beheimateten Osterglocke. Die in dieser Form in Rheinland-Pfalz einzigartige Veranstaltung steht diesmal unter völlig anderen Vorzeichen. "Letztes Jahr war es mit 25 Grad zu warm. Die meisten Narzissen auf den Wiesen waren schon verblüht", erinnert sich Walburga Meyer, die Geschäftsführerin von Hochwald-Ferienland.Narzissenfest ist keine Zitterpartie

In diesem Jahr hat die Region hingegen bekanntlich einen späten Wintereinbruch erlebt. Für Meyer ist dies aber kein Anlass für eine Zitterpartie. "Wir sind bereit, das Fest findet statt", betont sie. Die aktuellen Bedingungen seien für die botanische Kostbarkeit sogar günstiger als 2007. Damit sich die wilde Narzisse, die in Deutschland östlich von Hochwald und Hunsrück nicht mehr wächst, den Besuchern aber in ihrer vollen Pracht zeigt, müssen die Wettervorhersagen stimmen. "Was wir jetzt noch brauchen sind zwei, drei Tage mit wärmeren Temperaturen. Dann sind die Bedingungen fast ideal, und wir werden blühende Narzissen sehen", sagt die Tourismus-Chefin der Verbandsgemeinde Kell am See. Die Naturfreunde - in den Vorjahren lockte das Fest jeweils rund 2000 - erwarten nicht nur ausgehend vom Schillinger Freizeitzentrum mehrere Exkursionen und Wanderungen. Sie führen unter fachkundiger Anleitung zu den Narzissenwiesen im Ruwertal zwischen Mandern und Hentern. Das Schillinger Freizeitzentrum mit der Spießbratenhalle ist zudem Schauplatz eines attraktiven Rahmenprogramms. Dazu gehört ein kleiner, aber feiner Frühlingsmarkt mit 17 Ständen, der um 10 Uhr beginnt. Ausstellungen und Informationsstände geben über naturrelevante und freizeitorientierte Themen im Hochwald Auskunft. Nicht zuletzt sollen die Besucher dort für die Besonderheit und den Erhalt der Haupt-Akteurin des Tages, der wilden Narzisse, sensibilisiert werden. Den musikalischen Part des Fests übernehmen das "Tinny-Brass-Blechbläser-Quintett" mit einem Frühschoppenkonzert (11 Uhr) und der MV "Cäcilia" Schillingen (14 Uhr). Die kleinen Gäste dürfen sich auf Kinderschminken und das Basteln von Heufiguren freuen. Und natürlich ist auch für das leibliche Wohl an diesem Tag bestens gesorgt. Weitere Informationen zum Programmablauf, Anfahrtsmöglichkeiten und den Exkursionen bei der Tourist-Information Kell am See, Telefon 06589/1044.

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