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Festival der Weltmusik Saarburg Konzerte der Kulturen Christof Kramp

Musikfestival : Die Welt zu Gast in Saarburg

Erstmals organisiert Christof Kramp ein Festival der Weltmusik in Saarburg. Drei Tage lang werden drei Orte mit einer Vielfalt von Klängen bespielt, die von afrikanischen Rumba-Rhythmen gemischt mit Pop bis hin zu Reggae mit bayerischen Akzenten reichen.

Der Lockdown ist Christof Kramp zeitweise an die Nieren gegangen. Konzerte abzusagen war ab Oktober 2020 für ihn erst einmal angesagt. Dennoch scheint es, als ziehe sich der Saarburger Veranstalter an den eigenen Haaren aus dem Sumpf. „Ich versuche, mir selbst und anderen eine Perspektive zu geben“, sagt er.

Und so hat Kramp eine ganze Menge an Konzerten verlegt und neu geplant und in der Krise sogar ganz Neues aus dem Boden gestampft: ein Weltmusik-Festival, das jährlich stattfinden soll. Konzerte der Kulturen nennt er es. Ein solches Festival sei ihm schon ganz lange im Kopf rumgegangen, sagt der 54-Jährige. Auch bei seinen sonstigen Konzerten sei immer wieder Weltmusik dabei, beispielsweise bei Hazmat Modine, die Blues und Klezmer verbinden.

Nun wird es im August also an drei Tagen auf drei Bühnen in Saarburg Weltmusik open air geben. Der unklare Begriff wird oft als Schublade für alles verwendet, was irgendwie auf nicht-westliche Musikformen hindeutet. Andere kritisieren das als eurozentristisch. Klar ist, es geht immer um das Verschmelzen verschiedener Musikrichtungen.

 Die Band Amparanoia spielt bei den Konzerten der Kulturen in Saarburg.  Foto:   Amparanoia,
Die Band Amparanoia spielt bei den Konzerten der Kulturen in Saarburg. Foto:  Amparanoia, Foto: Amparanoia

Bei den Konzerten der Kulturen geht es Kramp schlicht um Vielfalt. Da mischt sich traditionell-bayerische Volksmusik mit dem aus Jamaika stammenden Reggae – so wie bei Kapelle So & So. Der Rumba der Elfenbeinküste vereint sich mit Pop – so wie bei Dobet Gnahoré. Alternative Latin und Ska gehen bei Amparanoia eine wilde Mischung ein. Kramp würde gerne interkulturelle Begegnungen schaffen und ein breites musikinteressiertes Publikum aus der gesamten Großregion ansprechen.

Wie im vergangenen Jahr werden die Konzerte je nach den dann geltenden Bestimmungen corona-konform mit Masken, Registrierung, Abständen und Bestuhlung organisiert, die Besucherzahl streng limitiert. Und wenn gar nichts ginge? Keine Band poche auf ihr Geld, wenn der Auftritt wegen Corona abgesagt werden müsse, sagt Kramp. Das sei auch vertraglich geregelt. Schließlich lebten Musiker, Agenturen und die örtlichen Veranstalter ja auch voneinander. 

 Die Kapelle So & So mischt Volksmusik mit Reggae.
Die Kapelle So & So mischt Volksmusik mit Reggae.

Regen scheint da schon fast ein zu vernachlässigendes Risiko zu sein. Kramp zuckt die Schultern. Da helfen dann eben nur Regencapes – oder Woodstock-Erinnerungen. Eine Alternativstätte drinnen wird es nicht geben. Die Stadt Saarburg steht laut Kramp hinter dem Festival. Der Veranstalter erhält auch eine Förderung aus dem Bundesprogramm Neustart Kultur.

Bleibt nur noch ein Problem: Die Besucher müssen sich entscheiden. Die Konzerte eines Abends laufen parallel. Dafür kann, wer in Saarburg übernachtet, drei Abende hintereinander ganz verschiedenen Combos lauschen.

Das Programm im Überblick:

FREITAG, 13. August:

Tingvall Trio: international erfolgreiches Jazztrio mit dem schwedischen Pianisten Martin Tingvall, dem kubanischen Kontrabassisten Omar Rodriguez Calvo und dem deutschen Schlagzeuger Jürgen Spiegel (20.30 Uhr, Boemundhof).

Wir hatten was mit Björn (Deutschland): Popmusik mit „komischen“ Instrumenten wie Kontrabass, Posaune, Taschenkoffer und elektronischen Sounds (20 Uhr, Pflanzgarten Steffens).

Amparanoia (Spanien): Sängerin Amparo Sánchez ist mit ihrer Band Amparanoia Mitbegründerin der Mestizo-Bewegung, in der musikalische Einflüsse aus Lateinamerika und Rock und Pop verschmelzen;  Alternative Latin, Fusion, Reggae, Ska (20.30 Uhr, ehemalige Kaserne).

SAMSTAG, 14. August

Awa Ly: französische Singer-Songwriterin mit senegalesische Wurzeln, die in Rom lebt; Soul, Jazz, R & B und afrikanische Rhythmik (20 Uhr, Boemundhof).

Helmut Eisel und Jem (Deutschland): Trio um den international renommierten Klezmerklarinettist Helmut Eisel; Klezmer-Traditionals und neue Kompositionen, die gute Laune machen

Dobet Gnahoré (Elfenbeinküste, Frankreich): Sängerin, Tänzerin und Perkussionistin Dobet Gnahorè wird von drei Musikern begleitet; elektronische Klänge vermischen sich mit afrikanischen Rumba-Rhythmen, Powershow mit legendären Tanzeinlagen der Sängerin – Indie, Weltmusik, Pop (20.30 Uhr, ehemalige Kaserne).

SONNTAG, 15. August

Kapelle So & So (Deutschland, Bayern): Sechs Musiker spielen alles, was Spaß macht, originelle Blasmusik – Volksmusik, Klassik, Reggae (19 Uhr, ehemalige Kaserne)

Cobario (Österreich) Drei Musiker spielen musikalische Geschichten aus Wien und der ganzen Welt, zwei Gitarren im Zusammenspiel mit Geige und Klavier, offiziell unterwegs im Auftrag des österreichischen Außenministeriums für weltmusikalische Verständigung – südamerikanische , italienische und orientalische Einflüsse (19 Uhr Boemundhof).

Karten zum Preis von rund 26 bis 39 Euro je nach Konzert gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Mehr Infos unter www.station-k.de