Festival im Roscheider Hof: Kindertag, Quadro Nuevo, Nacht der Stimmen

Festival im Roscheider Hof : Zarter Groove und strahlende Kinder

Zwei Konzerte für Erwachsene und der 22. Kindertag: Beim Festival im Freilichtmuseum am Roscheider Hof tummelten sich am Wochenende Hunderte Konzertbesucher und noch mehr Kinder.

Ein lauer Sommerwind raschelt durch die Blätter der Kastanienbäume im Hof, als die Band Quadro Nuevo am Freitagabend ihr Konzert mit einem leisen Kinderlied beginnt: „Maikäfer flieg“. Das Lied kommt in einem zart groovenden Arrangement daher, präsentiert von fünf Musikern aus Oberbayern, die von den Saarburger Auen bis zum großen Haus des Trierer Theaters schon viele Locations der Region gefüllt und sich damit eine treue Fangemeinde erarbeitet haben. Rund 300 Besucher sind in die Idylle des Freilichtmuseums von Konz-Roscheid gekommen, um deren neues Programm „Volkslied Reloaded“ zu hören. Mastermind Mulo Francel und seine Bandkollegen haben sich des oft verkannten  deutschen Liedgutes angenommen und mit frischen Arrangements zwischen Bossa-Nova und Blues den verstaubten und oft ideologisch missbrauchten Volksliedern neuen Charme eingehaucht. Umwerfend Friedrich Glücks „In einem kühlen Grund“, das auch ohne den romantischen Text von Josef von Eichendorff von Sehnsucht und unerfüllter Liebe erzählt. Ein atmosphärischer Höhepunkt in den Sonnenuntergang hineingespielt. Zwischendurch bekannte Quadro-Nuevo-Klassiker und das Publikum auf den Stehplätzen tanzt. Reihum dürfen die Musiker sich ausgiebigst als Solisten produzieren. Auch die Moderationen bieten tiefe, ironische und umwerfend witzige Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Songs und das Seelenleben der fünf Musiker. Begeisterter Applaus und Juchzen und Seufzen von den Sitzen.

Am Samstagabend dann die „Nacht der Stimmen“ mit den beiden französischen Ausnahmekünstlern Irma und Tiwayo. (Ausführlicher Konzertbericht auf der Kulturseite).

Der Sonntag ist ganz den Kindern gewidmet, zum 22. Mal findet der große Kindertag statt. Bei herrlichem Sommerwetter sind rund 1500 Kinder mit ihren Familien ins Museumsdorf gekommen. In und vor den hier wiederaufgebauten Hunsrückhäusern gibt es altes Handwerk zu bestaunen und auszuprobieren. Es ist eine Zeitreise von mehr als 100 Jahren, mit den rund 30 ehrenamtlichen Helfern des Museums.

Modellieren mit Ton ist sehr beliebt beim diesjährigen Kindertag im Roscheider Hof. Foto: Dirk Tenbrock
Viele Kinder haben beim Kindertag Lust zu basteln. Foto: Dirk Tenbrock

Der Schmied lässt den Hammer auf das glühende Eisen sausen, die Müllerin mahlt das Korn, und der Bäcker backt in alten Öfen. Die Kinder dürfen filzen, Steine bemalen, töpfern oder bei Spielen entspannen und einer Märchenerzählerin lauschen. Dazu gibt es Speisen und Getränke vom Catering-Stand der Agentur Station K. Richtig voll ist es am Nachmittag. Die Atmosphäre jedoch bleibt entspannt, und die Kinder strahlen.

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