Feten feiern zwischen alten Weintanks

Feten feiern zwischen alten Weintanks

IRSCH. Der Jugendclub Irsch bekommt "sein eigenes Reich". Ganz nach ihrer Vorstellung werden die Jugendlichen schon bald das Kellergeschoss des zum Bürgerhaus umgebauten ehemaligen Winzerkellers beziehen. Noch in diesem Jahr sollen die Umbauarbeiten beginnen. Einen Bauplan präsentierte Ortsbürgermeister Jürgen Haag in der jüngsten Gemeinderats-Sitzung.

Fast genau vor einem Jahr nahm Irschs Ortsbürgermeister Jürgen Haag den symbolischen Schlüssel für das neue Bürgerhaus aus den Händen einer saarländischen Fallschirmspringer-Crew entgegen. Zwischen Tomaten und Salat, auf der Wiese neben dem Bürgerhaus, waren die "Luftikusse" gelandet und haben damit den Startschuss für die offizielle Einweihungsfeier des umgebauten Winzerkellers gegeben. Versprechen gehalten

Zu Gast war neben anderen politischen Vertretern an diesem Abend Ende August auch der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch. Um den Wunsch der Irscher Jugend nach einem eigenen Raum im Bürgerhaus wissend, versprach Bruch damals: "Wir müssen schauen, wie wir für die Jugend und ihren geplanten Raum Geld locker machen - vielleicht über den Investitionsstock des Landes." Sein Versprechen hat der SPD-Mann gehalten - und aus dem Investitionsstock des Landes rund 84 000 Euro "locker gemacht". Gemeinsam mit dem Zuschuss des Kreises in Höhe von rund 33 000 Euro sowie den 25 000 Euro, die die Ortsgemeinde aufbringen muss plus den in die Rechnung einfließenden Eigenleistungen der Gemeinde, kann das "Projekt Jugendraum" nun angegangen werden. Derzeit ist die Kelleretage ungenutzt - früher lagerten hier die Tanks der Winzer. Auf rund 180 Quadratmetern darf sich künftig die Jugend ausbreiten. 200 Quadratmeter werden zur Lagerfläche umgewidmet. Einen Vorentwurf für die Gestaltung hat nicht etwa ein Architekturbüro gemacht, sondern ein Vorstandsmitglied des Jugendclubs. Die Konzeption des technischen Zeichners Johannes Wallrich präsentierte Jürgen Haag in der Gemeinderatssitzung in dieser Woche. So sollen die etwa 180 Quadratmeter Nutzfläche, zu der noch 132 Quadratmeter Toilettenanlage hinzukommen, in drei Bereiche aufgeteilt werden: Ein Partyraum mit Theke, ein Rückzugsbereich, in dem ein Billard- und ein Kickertisch aufgestellt werden sollen, und eine kleine Ecke mit einem Fernsehanschluss sind geplant. Die Toilettenanlage sei an zentraler Stelle vorgesehen, "so dass sie etwa bei einem Weinfest auch von außen zugänglich ist", sagte Haag. Ein offener Jugendtreff solle der neue Anlaufpunkt werden, erläuterte Jürgen Haag. "Die Jugendlichen werden sich selbst organisieren, der Jugendclub ist Ansprechpartner." Die Lagerfläche stehe grundsätzlich allen örtlichen Vereinen zur Verfügung. "Wir haben versucht, die Tanks in den Wänden aufzubrechen, um auch diesen Raum nutzen zu können", meinte der Ortsbürgermeister. "Da die Tanks aber stahlbetoniert sind, ist mit herkömmlichem Werkzeug kein Durchkommen. Da muss man mit dem Betonschneider dran."Für die Gemeinde nicht finanzierbar

Zwei Firmen habe er um entsprechende Angebote gebeten. Das Ergebnis: Um drei Tanks frei zu schneiden, fielen ungefähr 20 000 Euro an. Pro eingesetzte Tür kämen nochmal 1000 Euro hinzu. "Deswegen haben wir das von der Gemeinde aus zurückgestellt", teilte der Ortsbürgermeister mit. Offen stehe hingegen den Vereinen, die den Lagerraum nutzen wollen, die Tanks auf eigene Kosten aufzuschneiden. So stimmten die Ratsmitglieder dem Antrag des Musikvereins einstimmig zu, der als erster örtlicher Verein schriftlich nach entsprechendem Lagerraum nachgefragt hatte. Er wird einen Tank "bekommen" und die Front in Eigenregie freischneiden. Den Bauentwurf von Johannes Wallrich segnete der Rat bedenkenlos ab. "Lobenswert" fanden die Vorsitzenden von CDU, SPD und FWG das Engagement des Clubs und die Zeit und Mühe, die Johannes Wallrich bislang in das Projekt investiert hat. SPD-Sprecher Markus Löwe sagte zu dem Thema: "Man sollte der Jugend nicht zu viele Vorschriften machen und sie in Eigenregie gewähren lassen." Jürgen Haag sagte zu, den fertigen Bauantragsplan, bei dem nur noch die Vermaßungen fehlen, von einem Architekturbüro abzeichnen zu lassen. "Wegen der Zuschüsse müssen wir auf jeden Fall noch in diesem Jahr mit dem Umbau beginnen", meinte Ortsbürgermeister Jürgen Haag.

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