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Fetzige Musik und eine alte Leier

Fetzige Musik und eine alte Leier

SAARBURG. Bevor das "Sagenhafte Saarweinfest" in die heiße Phase ging, gab es bereits am Freitag die Gelegenheit, sich in die passende Stimmung zu bringen. Was sollte sich besser dazu eignen als Musik? Rund 150 Gäste kamen zum Boemundhof und erlebten eine "Keltische Nacht".

Jene, die sich bereits am Freitag auf das "Sagenhafte Saarweinfest" einstimmen wollten, hatten dazu am Abend Gelegenheit. Galt - abgesehen von der "rollenden Weinprobe", die gewöhnlich am Tag vor der Eröffnung stattfindet - bislang der Samstag als erster Festtag, so soll künftig auch der Freitagabend mit in das Festprogramm aufgenommen werden. Man wolle damit eine zusätzliche Attraktion schaffen, erklärte Mitorganisatorin Annette Barth. Als festen Veranstaltungsort habe man bereits die Burg ins Auge gefasst. Dass die "Freitagabend-Premiere" des Saarweinfestes auf dem Boemundhof stattfand, lag nicht zuletzt daran, dass an vielen Stellen der Stadt - auch auf der Burg - noch eifrig gewerkelt wurde. Schließlich waren es bis zum Start am Samstag nur noch wenige Stunden. Rund 150 Gäste waren gekommen, um der Klänge zu lauschen, die im Programm mit "Keltischer Nacht" angekündigt worden war. Drei Musikgruppen präsentierten sich und ihr Repertoire, das von Liedern keltischen Ursprungs über bretonische Balladen bis hin zu irischer Musik reichte. Den Anfang machte "Woltähr". Was die vier Musiker aus Trier, die in der Region bekannt sind, zu bieten hatten, ist in dieser Form einzigartig. Inspiriert von bekannten bretonischen Musikern, schlug die Gruppe mit ihrem Programm eine musikalische Brücke von der deutsch-französischen Grenze über Paris bis zum westlichsten Zipfel Frankreichs mit seinem keltischen Erbe. Sprachlich flexibel - zu hören war neben Luxemburgisch auch Trierisch - spielten sie sich mit einfühlsamen Balladen, ferner mit fetzigen Rhythmen in die Herzen der Zuhörer. Mittel zum Zweck waren neben Gitarre, Bass und Schlagzeug auch unkonventionelle Instrumente, darunter Leier und Concertina. Bretonisches Liedgut und traditionelle Tanzrhythmen dominieren das Repertoire von "An Erminig", der zweiten Gruppe des Konzertabends. Musikalisch und verbal gab die vierköpfige Besetzung dem Publikum zu verstehen: "Bei uns wird getanzt." Das ließ sich manch einer nicht zweimal sagen. Dabei zeigte sich, dass selbst in Saarburg der typisch bretonische Wechselgang, ein traditioneller Rhythmus, nicht unbekannt ist. Den Abschluss zu später Stunde machte "Midnight Court". Das Trio behauptet von sich selbst, traditionelle irische Musik auf eigene Art und Weise weiterzuentwickeln und sie ständig mit neuen Elementen - beispielsweise was den Rhythmus betrifft - zu beleben. Belebt haben die drei Musiker nicht zuletzt das Saarburger Publikum auf dem Boemundhof. Die "Keltische Nacht" im Herzen Saarburgs fand im Rahmen der Moselfestwochen und der Kulturtage des Kreises Trier-Saarburg statt. Weiterer Bericht zum Saarweinfest auf Seite 12.