Feuer und Flamme

MERTESDORF. (red) Langeweile war bei diesem Arbeitspensum nicht aufgekommen: Der Nachwuchs der Mertesdorfer Feuerwehr hat beim ersten Berufsfeuerwehrtag eine 24-Stunden-Schicht absolviert. Die Nachwuchskräfte löschten Brände, retteten Tiere und versorgten Verletze. Ihren Dienst taten sie im zur "Wache" umfunktionierten Gerätehaus.

Der Alarmgong ertönt in den Fahrzeughallen und Räumen: Die Feuerwehrleute sprinten in ihren Gruppen zum Löschfahrzeug und erhalten über Funk den Einsatzauftrag. Der Zentrale war ein PKW-Brand gemeldet worden. Zum Glück nur eine Übung. Die Jugendbetreuer der Feuerwehr Mertesdorf um Paul Hammes bereiteten für den Feuerwehrnachwuchs verschiedene Einsatzübungen vor. Am frühen Samstagmorgen zogen die Jugendlichen in ihr Quartier und bildeten dort eine Lösch- und eine Sanitätsgruppe, daneben besetzten sie auch die Einsatzzentrale und den Hausdienst. Nach 12 Stunden wechselten sie die Gruppen. Verschiedene Einsätze hielten die Jugendlichen in Atem: eine verängstigte Katze musste aus einer Baumkrone gerettet, eine Ölspur im Ort beseitigt und ein Flächenfeuer gelöscht werden. Auch der Einsatz der Sanitätsgruppe ließ nicht lange auf sich warten: Ein Kind hatte nach einem Fahrradunfall Gesichtsverletzungen erlitten, die durch den Einsatz von Kunstblut realistisch dargestellt wurden. Eine besondere Herausforderung war die Behandlung von Verbrennungen an den Händen nach dem Hantieren mit Feuer. Sehr routiniert versorgten die Jugendlichen die "Verletzten", stillten Blutungen, wendeten Schock- und stabile Seitenlagen an und sprachen Trost zu. In der Übung zahlte sich aus, dass die Erstversorgung von Verletzten zuvor intensiv unterrichtet wurde. Die Nachwuchskräfte in der Einsatzzentrale zeigten sich im Umgang mit dem Computer geübt, auf dem ein eigens für diesen Tag von den Betreuern geschriebenes Computerprogramm lief.Auch in der Nacht noch Einsätze

Das gemeinsame Anschauen eines Kinofilms und der erste Schlaf am Abend wurden wieder vom Alarm unterbrochen. Die Jugendlichen in der Zentrale, die Löscheinheit und die Sanitätsgruppe hatten in der Nacht noch insgesamt vier Einsätze zu bewältigen. Erst um Mitternacht kehrte auf der "Wache" Ruhe ein, und die Nachwuchskräfte fielen in die Feldbetten. Nicht nur Einsätze, sondern auch Routineaufgaben wie die Kontrolle der Einsatzfahrzeuge und Unterricht standen auf dem Programm des Berufsfeuerwehrtags. Die Eltern des Feuerwehrnachwuchses besuchten die jeweiligen Einsatzstellen und konnten sich von dem guten Ausbildungsstand der Jugendfeuerwehr überzeugen. Auch Ortsbürgermeister Erich Griebeler stattete der "Wache" einen Besuch ab und zeigte sich vom Dienstbetrieb beeindruckt. Am frühen Sonntagmorgen weckte die Zentrale den Nachwuchs zu einem kurzen Einsatz. Nach einem gemeinsamen Frühstück beendeten die Jugendlichen den langen Dienst. Müde und zufrieden kehrten sie nach Hause zurück. "Das war klasse. Aber das Martinshorn hätten wir schon mal gerne angemacht", sagten Teilnehmer.