"Feuerpatsche" feiert Geburtstag

Die Zeit der Löschkutschen ist längst vorbei. Doch im ersten rheinland-pfälzischen Feuerwehrmuseum am Neuen Markt in Hermeskeil können sie bestaunt werden. Genauso wie viele andere historische Geräte und Fahrzeuge der Wehren im Land und dem benachbarten Saarland. Nun feiert das Museum sein zehnjähriges Bestehen.

Hermeskeil. (red) Mit einem Tanklöschfahrzeug TLF 15/48 fing alles an. Im Herbst 1990 bekam die Hermeskeiler Feuerwehr das alte Fahrzeug zurück, das sie im Mai 1950 für 32 000 DM erworben und 1961 an die Werksfeuerwehr Karl Diehl, Mariahütte, verkauft hatte. Es wurde im Winter 1990/91 restauriert und war das erste Exponat des Feuerwehrmuseums. Bis zur offiziellen Eröffnung des Museums am 17. April 1999 wurden noch viele weitere Exponate gesammelt, und auch heute noch erhält das Museum Angebote, wovon jedoch sehr viele aufgrund des Platzmangels leider abgelehnt werden müssen.

"Feuerpatsche" wurde das erste rheinland-pfälzische Feuerwehrmuseum genannt, das sich am Hermeskeiler Bahnhof befand. Ernst Blasius, erster Leiter des Museums, sagte in seiner Eröffnungsansprache: Bei der Namensfindung habe er an die alten Feuerpatschen gedacht, die 1978 beim Umzug vom Feuerwehrhaus am Rathaus in die neue Feuerwache gefunden wurden. Fast seien sie damals weggeworfen worden, doch er habe sie beiseite geräumt. Irgendwie hätten sie die mehr als 20 Jahre überstanden, bis auch sie eine feste Bleibe im Feuerwehrmuseum gefunden haben.

Durch die jahrelange Arbeit der Hermeskeiler Feuerwehrhistoriker war es gelungen, ein altes Haus am Hermeskeiler Bahnhof als Museumsgebäude umzubauen und mit wertvollen Exponaten auszustatten, die sie im Bundesland und angrenzenden Saarland gesammelt hatten. So erhält das Museum sehr seltene und wertvolle Geräte, wie zum Beispiel die Landspritze mit Wenderohr aus Rinzenberg (VG Birkenfeld), welche an der elften Howa präsentiert wurde.

Bereits bei der offiziellen Eröffnung war der größte Wunsch der Museumsmitarbeiter, eine Halle zu errichten, in der auch die größeren Exponate gezeigt werden können. In der Ausstellung am Bahnhof konnten lediglich einige Löschkutschen gezeigt werden.

Diesem langgehegten Wunsch sind die Museumsmitarbeiter nun sehr nahe gekommen, denn durch die Errichtung des rheinland-pfälzischen Feuerwehrmuseums am Neuen Markt werden auch die großen Fahrzeuge einen Platz in der Ausstellung finden.

Bereits jetzt sei das Feuerwehrmuseum weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt, sagt Blasius. Jedoch werde die Errichtung der Feuerwehr-Erlebnisausstellung am Neuen Markt das Museum zu einem der führenden in Deutschland werden lassen. Die Museumsmitarbeiter, allen voran ihr Museumsleiter, sind sich sicher, dass sich die viele Geduld und Arbeit der letzten Jahre, ja fast Jahrzehnte gelohnt hat.