Feuerwache sucht neue Heimat

Das Land hat Mitte Dezember entschieden, dass es den Bau einer zentralen Feuerwache in Saarburg mit 1,1 Millionen Euro fördert. Noch ist allerdings unklar, wo das Gebäude hin soll. Mehrere Standorte werden diskutiert.

Saarburg. Es ist eines der Themen in der Verbandsgemeinde, über das nur ungern öffentlich gesprochen wird: der Neubau einer zentralen Feuerwache in Saarburg. Dabei sind sich alle Mitglieder des Verbandsgemeinderats Saarburg, in dessen Zuständigkeit Planung und Bau des Gebäudes fallen, einig, dass die alte Feuerwache in der Heckingstraße modernen Ansprüchen, die an ein modernes Feuerwehrgerätehaus gestellt werden, nicht länger genügt.Möglich: Bereich in Beurig


Aus diesem Grund hatte die Verwaltung vor drei Jahren beim Land einen Zuschuss für diesen Bau beantragt. Der ist mittlerweile in Höhe von 1,1 Millionen Euro bewilligt worden. Allerdings erst, nachdem die Landtagsabgeordnete der Grünen, Stephanie Nabinger, beim Innenministerium nachgefasst hat. Eine kleine Anfrage an die Landesregierung der fachpolitischen Sprecherin für das Thema Feuerwehren der Grünen-Landtagsfraktion war vom Innenministerium am 13. Dezember noch dahingehend beantwortet worden, dass der für die neue Feuerwache beantragte Zuschuss bis dahin nicht bewilligt worden war.
"Erst nachdem ich nochmals interveniert habe, hat das Ministerium über den Antrag kurzfristig positiv entschieden", so stellt Nabinger es dar. Im Haushaltsplan der Verbandsgemeinde sind in diesem Jahr für den Kauf und den Bau der zentralen Feuerwache eine Million Euro eingestellt. Davon stehen 600 000 Euro unter dem Titel "Auszahlungen für Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände". Hinter dieser Position verbergen sich zum Teil möglicherweise anfallende Erschließungskosten, wenn das Gebäude im Bereich des Anschlusses der B 51 an die B 407 und der Hauptstraße in Beurig gebaut würde.
Das ist der Bereich, den Bürgermeister Jürgen Dixius favorisiert. "Die Fläche könnten wir günstig erwerben, und der Standort ist verkehrsgünstig gelegen. Die Saarburger Mannschaft könnte auch schnell in Richtung Ayl, Irsch, Trassem und Serrig ausrücken, um im Bedarfsfall die dortigen Feuerwehren zu unterstützen."
Diese Lösung gefällt jedoch nicht allen Ratsmitgliedern. So vertritt der Fraktionsvorsitzende der SPD im Verbandsgemeinderat, Frank Gerardy, die Auffassung, dass zunächst abschließend die Standortfrage geklärt werden müsse. Seine Fraktion könne sich vorstellen, dass die Verbandsgemeinde für die Erschließung eines Feuerwehrhauses auf der Konversionsfläche der ehemaligen französischen Kaserne oder im Indsutriegebiet Irscher Straße weniger Geld in die Hand nehmen müsse als für das nahe dem Saarufer gelegene Gelände. Gerardy hatte deshalb in der jüngsten Ratssitzung in Höhe des Betrags von 600 000 Euro einen Sperrvermerk beantragt. Mit diesem haushaltsrechtlichen Instrument hätten die Ratsmitglieder ein stärkeres Mitspracherecht bei der Festlegung des neuen Standorts.Ratsmitglieder miteinbeziehen


Dixius und mit ihm die Ratsmehrheit widersprachen diesem Antrag. "Das macht die Planungen unnötig kompliziert, weil wir bei der Aufhebung eines Sperrvermerks den Haushalt nochmals der Kreisverwaltung vorlegen müssten", sagt Dixius. Er versprach aber, die Ratsmitglieder in die weiteren Planungen für die zentrale Feuerwache miteinzubeziehen. Außerdem soll eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten die Verwaltung während des Bauvorhabens beraten und unterstützen.Meinung

Zuerst die Kosten ermitteln
Es ist gut, dass das Land den Bau der dringend benötigten zentralen Feuerwache fördert. Dass die Verwaltung mit den Planungen für dieses wichtige Bauprojekt beginnen kann, hat sie auch dem Engagement regionaler Parlamentarier zu verdanken. Jetzt müssen die Ratsmitglieder bei der Wahl des geeigneten Standorts abwägen. Dabei spielen neben den Einsatzzeiten - die die Landesregierung wohl von acht auf zehn Minuten verlängern will - auch die Erschließungskosten eine bedeutende Rolle. Sicher ist eine Feuerwache auch auf dem früheren Kasernengelände oder im Industriegebiet Irscher Straße denkbar, aber auch die Lösung, einer Wache in der Nähe des Saarufers anzusiedeln, hat ihren Charme. Dieser Standort liegt verkehrsgünstig. Es ist daher richtig, dass die Verwaltung zunächst die Kosten ermitteln will, die eine Erschließung des Grundstücks hier kostet. Ohne diese Kosten zu kennen ist eine ernsthafte Debatte über die Standortalternativen der zentralen Feuerwache nicht möglich. saarburg@volksfreund.de