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Feuerwehrehrung in Hermeskeil unter freiem Himmel

Firmen erhalten Förderschild : Landesfeuerwehrverband ehrt in Hermeskeil Unterstützer der Feuerwehren

Innenminister und Landesfeuerwehrverband bedanken sich in Hermeskeil bei Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter für Einsätze freistellen.

Für ein funktionsfähiges Feuerwehrwesen braucht man ausreichend freiwillige Kräfte. Zwar steht es im Gesetz, dass Arbeitgeber, die freiwillige Feuerwehrleute beschäftigen, diese für Einsätze und Übungen von der Arbeit freistellen müssen. Sie bekommen dabei nur die Lohnkosten ersetzt. Doch eine Selbstverständlichkeit ist diese Unterstützung deshalb noch lange nicht. In Hermeskeil sind nun mehrere Betriebe aus ganz Rheinland-Pfalz für solch vorbildliches Verhalten ausgezeichnet worden, darunter die Landbäckerei Jakobs aus Lampaden (Verbandsgemeinde Saarburg-Kell).

„Zum allseitigen Nutzen unseres bürgerschaftlichen Zusammenlebens wollen wir die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Feuerwehrangehörigen fördern“, sagte Frank Hachemer, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz bei der Ehrung vor dem Hermeskeiler Feuerwehrmuseum, aufgrund der Corona-Pandemie mit nur 50 geladenen Gästen. Die Freistellung der Wehrleute dürfe nicht nur ein Kostenfaktor oder ein Organisationsproblem sein, sagte Hachemer. Sondern es müsse einen immateriellen Unternehmenswert darstellen. Viele Arbeitgeber engagierten sich sogar mehr als notwendig. Dafür erhielten sie nun als Anerkennung das Förderschild „Partner der Feuerwehr“.

Innenminister Roger Lewentz sieht eine Herausforderung darin, dass Mitarbeiter bei Einsätzen schlagartig für den Betrieb ausfallen: „Ich bin froh, dass sich viele Firmenchefs dieser Verantwortung bewusst sind und Feuerwehrkräfte bei der Ausübung dieses Ehrenamtes unterstützen“, sagte Lewentz. Für die Unternehmen könne es aber auch von Vorteil sein, Mitarbeiter im Betrieb zu haben, die Gefahren rechtzeitig erkennen und professionell handeln könnten.

„Auch unser Museum ist Partner der Feuerwehr“, betonte Christoph Unger, Vorsitzender des Fördervereins Feuerwehrmuseum Hermeskeil. Dort werde für die Feuerwehr geworben, besonders bei den Jüngsten, denen die Aufgaben der Brandbekämpfer mit Spaß vermittelt würden.

Manfred Breitbach, Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, beschäftigt selbst Feuerwehrangehörige. Seine Einrichtung hilft nach 800 bis 1100 Vorfällen im Jahr mit Entschädigungen und der Finanzierung von Reha-Maßnahmen. „Die Feuerwehren sind auch ein Rückhalt in der Gesellschaft, besonders in den Ortsgemeinden, in denen viele Aufgaben übernommen werden“, sagte Breitbach. Rund 50 000 Aktive gibt es in den rheinland-pfälzischen Wehren zurzeit, weitere 12 000 in den Jugendwehren.

Aus Gründen des Infektionsschutzes wurde auf ein Überreichen der Förderschilder und Händeschütteln verzichtet. Schilder und Urkunden holten sich die Firmenvertreter auf einem Rednerpult ab, das mehrfach desinfiziert wurde.